Einmal richtig aufmöbeln, bitte!

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Es hat sich viel getan in den vergangenen Monaten, denn die stadt.bude hat ihre Base von München nach Berlin verlegt, back to the roots quasi. Ist ein schönes Gefühl, nach so vielen Jahren wieder da zu sein. Irgendwie noch viel besser, als ich dachte. 17 (in Worten siebzehn! Puuhhhhh… werde ich alt?) Jahre „Auslandsaufenthalt“ und während dessen so viele Erfahrungen gesammelt, erwachsen geworden, wertvolle Menschen getroffen – und doch fühlt es sich an, als wäre man nie weg gewesen! So eine wunderbare Ruhe, die sich plötzlich einstellt, auch wenn das Leben gerade Trubel und Ungewissheit bedeutet. Ankommen! Da sein! Heimat, was für ein schönes Wort, was für ein tolles Gefühl! Was für ein unendliches Glück!

Bei allem Wandern und Suchen, Umziehen und Ankommen sind doch einige Dinge besonders wichtig, werden Jahr für Jahr, Umzug für Umzug mitgeschleppt. Weil sie uns an die Kindheit oder an liebe Menschen erinnern oder vielleicht auch nur, weil sie uns besonders glücklich machen und Heimat sind. Weil sie uns in all den lebhaften Jahren eine Konstante sind, die uns ein bisschen trägt durch die Zeit. Und wenn der Blick sie dann streift, denkt man vielleicht „Ach, du bist ja auch noch da. Wie schön! Na dann kann ja kommen, was will.“

Als ich mit süßen 19 in die große weite Welt zog, nahm ich einen alten Hocker aus den 50igern mit. Meine Mama hatte ihn bereits als Kind von einer Tante geschenkt bekommen und schon zu meinen Kindertagen waren (auf den ersten Blick!) seine besten Zeiten vorüber. Er war provisorisch mit ausrangierter Kinderbettwäsche bezogen und stand in dunklen Ecken rum. Doch irgendwie hing ich an ihm, er war trotz allem hübsch und so wanderte er einfach in unseren damaligen Umzugswagen, um dann weitere 17 Jahre im Keller zu stehen. Bis ich letzten Herbst endlich beschloss, ihn aus dem 100-jährigen Dornröschenschlaf zu wecken und ihn anständig aufzumöbeln!

Meine anfänglichen Zweifel, das alte Stück unter Umständen noch völlig zu ruinieren, wurden kurzer Hand durch überschwänglichen Aktionismus betäubt. Internet, diese feine Sache, wird da ja wohl einige DIY-Tipps bereit halten, dachte ich mir so. So wurde das gute alte Stück einfach mal komplett auseinander genommen und anschließend neu wieder aufgebaut. Eine Reise in längst vergangene Zeiten und nicht unbedingt für Allergiker geeignet, denn das Teil war unter anderem mit altem Stroh gefüllt. Das wirklich wunderschöne Holz wurde abgeschliffen und mit gutem Olivenöl frisch geölt, neue Polster auf die Sitzfläche gepackt und mit einem echt tollen Samtstoff von SAHCO bezogen. (Für alle, die’s genauer wissen wollen: Anleitung mit Arbeitsschritten als Download folgt in Kürze) 

Was soll ich sagen – ein Traum! Nichts mehr mit Keller oder dunkler Ecke, sondern Foyer. Hahahaha! Beim Anblick nicht mehr nur Heimat sondern purer Stolz! Er ist wirklich schick und super bequem. Selbst meine Mama kann es sich nicht verkneifen, jedes Mal auf ihm kurz Platz zu nehmen, wenn sie hier ist. Es lohnt sich also sehr, das alte Gerümpel mal wieder zu entstauben und gründlich aufzumöbeln!

 

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Kein Respekt vor alten Meistern

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So eine Wohnung wächst ja mit. Also, der Inhalt zumindest! Und der wächst und wächst, bis man meint, gleich würde die Wohnung platzen. Oder man selbst. Weil man so in Rage gerät. Irgendwie passt dann nichts mehr rein und auch nichts mehr zueinander. Dann kann man mal aussortieren oder umziehen (nur dummer Weise ist umziehen mühselig und aussortieren ist auch dabei unumgänglich).

Ich schiebe die Dinge dann gern von A nach B und dann wieder nach C. Und sage Sachen wie „Schatz, gehst du in den Keller? Kannst du da bitte das Dingsbums mit hinunter nehmen?“ Und so wächst auch der Keller und wächst und wächst. Und irgendwann ist der Schatz genervt und man ist gezwungen ein paar Teile zu verschenken, bei eBay zu verhökern oder Schatz ist gezwungen  zum Werkstoffhof zu fahren.

Also, wenn der Keller quasi die Hölle für ausrangierte Teile ist, dann haben wir noch einen „Vorhof zur Hölle“. Das wäre dann unsere sehr große Dachterrasse, die sich einmal komplett um die Wohnung zieht. Im Bereich vorm Wohnzimmer ist sie breit und groß, ansonsten nur ca. ein Meter tief. Alles was dann also innerhalb der Wohnung einmal von A nach B und später nach C geschoben wurde und schließlich auch bei C einfach noch nervt, wir dann nach D – wie Dachterrasse –  geschoben. Und wenn dann der Frühling kommt, die nächste Grillparty ansteht oder man sich zum dritten Mal das Schienbein an dem Dingsbums aufgeschrammt hat, weil’s so eng ist bei einem Meter Tiefe, dann kommt es nach K, in den Keller!

So ein Dingsbums, das einfach nicht mehr rein passte, vor allem farblich, war der Masters Chair von Philippe Starck. Der wanderte von A nach B und stand schließlich, was für eine Schande(!), auf der Dachterrasse. Mir tat es einerseits sehr leid und ich war bis gestern auch drauf und dran ihn im Netz zu verkaufen. Sein Senfton gefiel mir eigentlich sehr gut, nur leider nicht zu unseren Möbeln.

Manchmal hat man dann aus dem Blauen heraus ganz komische Ideen. Und ich dachte: „Das Ding gefällt dir ja. Nur die Farbe… Mach’s doch einfach anderes, lackier‘ den doch um!“ Und während dieser Blitz durch meinen Kopf zuckte, verkrampfte sich zeitgleich mein Magen. „Bist du bekloppt! Das kannste doch nicht machen! Wenn der Herr Starck den in einer Farbe, die dir so im Kopf herumspukt, toll gefunden hätte, dann hätte er den auch so gemacht. Masters Chair! Kein Respekt vor alten Meistern!“

Irgendwann dachte ich aber wieder: „Nee! Is‘ mir jetzt aber auch mal egal, wer den entworfen hat und in welcher Farbe. Scheiß auf diese dämliche Ehrfurcht! Dieses verkrampfte Möbelgetue ist ja irgendwann auch nicht mehr feierlich. Jetzt holste Dir eine Farbe besprühst das Ding und gut ist. Sieht bestimmt mega aus dann!“

Und was soll ich sagen?! Es sieht mega aus! (Super schöne Sprühfarben für Innen und Aussen gibt’s von Edding – Koralle wurde es bei mir) Ein Platz hat das Ding nun auch wieder, an meinem kleinen Schreibtisch. Eigentlich war der Stuhl für’s Kinderzimmer meiner Tochter vorgesehen, aber nun finde ich ihn doch so cool, dass er erstmal weiterhin „meiner“ bleibt!

 

Masters Chair Make-over mit Edding permanent spray corall

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Pralle Pracht

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Was’n das schon wieder für’n Sommer?! Also, wird das noch mal was?! Das Münchener Wetter hat sich eher für „Weltuntergang“ entschieden als für „Sommerfest“. Und das hält wohl erstmal an. Spielverderber!

Ein bisschen Sommer hab‘ ich uns aber ins Wohnzimmer retten können, einfach in Form wunderschöner, duftender Blumensträuße. Wegen des anhaltenden Regens lassen die großen, prallen Rosenblüten auf der Dachterrasse müde und schwer ihre Köpfe hängen. Also renne ich fast täglich mit Gartenschere bewaffnet nach draußen, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Schwups, ab der Kopf!

Und da das Schnippeln mit der Gartenschere so Spaß macht und so eine Rosenblüte allein im Glas immer etwas aufschneiderisch daher kommt, renne ich und kille auch gleich noch Thymian, Blutampfer und Minze. Denn wie ich feststellen konnte, lassen die sich herrlich zu Rosen und Pfingstrosen kombinieren und geben den Sträußen eine gewisse wilde Opulenz. Gerade die zarten Rosé-Töne der Thymianblüte und das kräftige Rot des Blutampferstängels fügen sich herrlich schön zu den rosafarbenen Blüten der Blumen.

Also, man beachte: Das, was da so schön auf der Fensterbank grünt, macht sich nicht nur im Salat gut. Kann man auch mal zu einem Stimmungsaufheller aka Sommersträußchen verarbeiten. Verteilt auf mehrere verschieden große Gläser und Vasen zieht auch gleich ein bisschen rebellische Unangepasstheit mit ein. Rock ’n Roll!

 

Und während der Sommer draußen noch einen auf Dramaqueen macht, machen wir es uns drinnen mit den herrlichen Blumensträußen schön. Hier 5 einfache Tipps für herrliche Blütenpracht:

1) Die Rosen vom Balkon lassen vor lauter Regen schwer ihre Köpfe hängen. Manchmal drohen sie gar abzubrechen. Ihre dicken Blüten bilden eine tolle Basis für unsere Sommersträuße. Also, Gartenschere her und ab damit! Wenigstens ein paar Köpfe müssen rollen. Toll machen sich auch Pfingstrosen aus dem Garten oder jede andere dicke Blüte!

2) Feine Kräuter schmecken nicht nur dem Gaumen, sondern auch dem Auge. Kombiniere sie fröhlich und frei zu den großen Blumenblüten! Im Blumenkasten auf dem Balkon oder im Garten sprießen sie besonders gut und nehmen teilweise ungeahnte Ausmaße an. Ihre Zweige eigenen sich besonders gut, um unsere Sträuße aufzupeppen.

3) Besonders schön werden die Sträuße, wenn die Farben der Blumenblüten aufgegriffen werden können. Zu den rosafarbenen Rosenblüten und Pfingstrosen passen zum Beispiel Thymianzweige mit ihren zarten Blüten, Blutampfer mit den kräftig roten Stängeln und Minze besonders gut. So entstehen wild romantische Sträuße – wunderschön, einfach und kostengünstig.

4) Um noch etwas mehr Lebendigkeit auf den Tisch zu zaubern, arrangiere mehrere lockere Sträußchen. Platziere sie ihn schlichten Gefäßen unterschiedlicher Form und Größe. Hier bieten sich einfach Flaschen, Gläser oder schlichte Vasen an. Schnell schaffst du einen fröhlichen Eyecatcher, der Sommerlaune ins Haus bringt und noch dazu herrlich duftet!

5) Eingeschlagen in zartes Skizzenpapier oder rustikales Packpapier, verziert mit buntem Tasking-Tape wird das Sträußchen auch zu einem wunderschönen, liebevollen Mitbringsel, das mit jedem Floristengebinde locker mithalten kann. Ein schöner Sommergruß für Oma, Schwester, beste Freundin…

 

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Umhüllt mit Packpapier oder einem Streifen Skizzenrolle, gepimpt mit bisschen Tasking-Tape stiehlt das Sträußchen jedem biederen Floristengebinde die Show

bald total in echt!

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Tippen, klicken, laden, scrollen! Für alle, die mal wieder bisschen Papier zwischen den Fingern knistern lassen wollen und die schmöckern auf’m Sofa lieber mit Buch als mit iPad mögen, gibt’s bald den Styling-Guide „rock your home!“ in Papierform. Zum blättern und ganz in Echt!

Zum knicken, reinkritzeln, Klebezettel hinterlassen, in die Hand nehmen und wieder weglegen. Zum behalten und verschenken.

Hab’s eben beschlossen und werde mich gleich ans Werk machen. Seid gespannt! Ich bin’s auch!

Schluss mit Nasszelle!

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Die Tage werden wieder dunkler und morgens voller Elan aus dem Bett zu hüpfen fällt nicht mehr ganz so leicht. Und wenn man’s dann doch geschafft hat, der kuschligen Wärme zu entkommen, will man sich nur äußerst ungern in einem kühlen, kahlen Badezimmer unter Neonlicht wiederfinden. Die Atmosphäre erinnert dann schon fast an Foltermethoden aus Agentenfilmen.

Ein bisschen mehr Wohnlichkeit, Gemütlichkeit und Wärme sind jetzt ein wahrer Seelenstreichler. Erst Recht, nachdem uns der Wecker aus dem Schlaf gerissen hat. Schluss mit Nasszelle! Gemütlichkeit im Bad geht ganz einfach und schon mit wenigen Handgriffen wird aus der kahlen, lieblosen Bedürfnisanstalt eine kleine Wellnessoase, in der Du träumen oder Dich inspirieren lassen kannst, Dich in Ruhe auf den kommenden Tag vorbereitest oder den alten ausklingen lässt.

9 einfache Tipps für Dein Wohlfühl-Bad:

1) Wie immer mein Tipp Nummer 1: Erstmal klar Schiff machen! Weg mit alten Shampooproben und angestaubten Parfumfläschchen, die nur noch bei uns sind, weil sie ein Geschenk des Liebsten waren. Rigoroses Aufräumen ist gerade bei kleinen Räumen wichtig und ist nebenbei befreiend.

2) Mach‘ Dir vorab ein paar kurze Gedanken darüber, welchen Stil du in Deinem Badezimmer umsetzen möchtest. Belebende Farben und grafische Muster oder vielleicht romantischer Vintagelook? Wie viel möchtest Du verändern und wie groß darf der Eingriff sein? Auch Mietwohnungen im 60iger-Jahre-Gammel-Look sind nicht auf ewig zur Hässlichkeit verdammt. Selbst wenn Du keine Veränderungen an Boden und Wand vornehmen möchtest, findest Du eventuell ein gestalterisches Thema, wie zum Beispiel Muster oder Farben der Bestandsfliesen, welches Du aufgreifen und mit neuen Elementen konsequent umsetzen kannst. Oder Dein gesamtes Bad wird zu einer kleinen Zeitreise, indem Du Accessoires und Bilder im Stil des Jahrzehnts ergänzt.

3) Die Wandfliesen Deines Bads gehen einfach gar nicht, doch Abbruch wäre zu teuer, zu umständlich oder einfach nicht möglich? Auch das ist kein Problem. Im Baumarkt gibt es spezielle Fliesenfarbe (z.B. von schöner Wohnen), mit der Du die alten Fliesen einfach überstreichen kannst. Vorab werden sie mit einer Grundierung behandelt und auf den Anstrich vorbereitet, damit Du lange Freude an den „neuen“ Fliesen hast.

4) Einen unkomplizierten Eingriff gibt es auch für Deinen alten Boden. Wenn er zu unansehnlich geworden ist, kannst Du neue Linolium- oder Vinyl-Fliesen auf dem alten Boden verlegen. Diese Design-Böden sind meist ganz einfach selbstklebend zu verlegen und passend in jedem Stil (z.B. Vintage Holzdielen) erhältlich. Die Böden tragen nicht stark auf, aber prüfe die Einbauhöhe unterhalb Deiner Tür. Eventuell müsste diese etwas abgeschliffen werden, um nicht zu schleifen. Achte bei der Wahl des Bodens auf eine Rutschklasse, die für Nassbereiche gut geeignet ist.

5) Auch eine neue Wandfarbe kann Deinem Bad zusätzliche Frische bringen. Setze neue Akzente und wähle die Farbe entsprechend Deines neuen Stils, z. B. süße Pastellfarben für Retrolook oder Sand- und Grautöne für ein beruhigendes Spa. Spezielle Latexfarben sind abwaschbar und Feuchtraum geeignet und ebenso wie Dispersionsfarbe in aller Vielfalt erhältlich.

6) Weg mit dem gammeligen Duschvorhang, her mit einem neuen! Duschvorhänge gibt es mittlerweile in tollen Designs und auch textilen Oberflächen. Entsprechend abgestimmt auf das Bad-Design können sie also echt zum Eyecatcher werden. Die alte Teleskopstange wird einfach durch eine grazile Drahtaufhängung ersetzt. Oder man greift auf einen hochwertigeren Spritzschutz aus Glas zurück, der auf Schienen angebracht oder feststehend montiert werden kann. Wer sich etwas geschickt beim Duschen anstellt und jeden Morgen nicht gleich das ganze Bad flutet, kann auch einfach komplett auf einen Duschvorhang oder Spritzschutz verzichten. Das sieht gut aus und lässt das Bad auch gleich größer wirken.

7) Wähle neue Badaccessoires, wie Seifenspender, Rollenhalter und Abfalleimer, im Charkater Deines neuen Badezimmers aus. Ein kleiner Eingriff, aber große Wirkung, der für entsprechende Stimmigkeit im Badezimmer sorgen kann. Auch farblich abgestimmte Handtücher werten den Raum auf und bringen optisch Ruhe.

8) Sammle Fläschchen, Tiegel und Dosen dekorativ in Boxen und Körben, die Du dann auf kleinen Ablagen und Regalen lagern kannst. So vermeidest Du unschöne und raumfressende Staubfänger im Bad und alles ist geordnet an seinem Platz.

9) Schaffe Individualität und Gemütlichkeit mit dekorativen Accessoires und Lieblingsstücken. Hübsch gerahmte Bilder zum Beispiel sind hübsch anzusehen, geben Inspiration und bringen uns zum Träumen. Wattestäbchen lassen sich wunderbar in Omas alter Porzellantasse aufbewahren, kleine Mitbringsel vom Flohmarkt geben dem Raum Nostalgie und Charakter.

Und angefixt? Dann kann’s auch schon los gehen: Auf Wiedersehen, Tristess – her mit Deinem neuen Wohlfühlbad!