stadtbude Doppelstunde: Einrichtung in schwarz-weiß

Ich liebe schwarz-weiß! Seit vielen Jahren sind diese „Farben“, die ja streng genommen keine sind, meine absoluten Favoriten, wenn es um die Gestaltung meiner eigenen Bude geht. Absolut zeitlos, stilvoll, lässig. Und momentan gerade auch total angesagt. Klickt man sich durch Instagram, Pinterest und Co. wird schnell klar, man kommt gerade nicht daran vorbei.

Schwarz und weiß sind vor allem so reizvoll, weil mit Kontrasten maximal gespielt werden kann. Schwarz-weiß wirkt anregend, urban, expressionistisch und elegant. Dunkle Nischen, abgesetzte Decken, Vorsprünge und Kanten erhalten durch diesen Kontrast eine maximale Plastizität und räumliche Tiefe. Dadurch erhalten Räume in schwarz-weiß unwillkürlich eine besondere Spannung. Das gilt nicht nur bei der Farbgestaltung der Wände, sondern auch bei Innenarchitektur und Deko.

Durch die reduzierte Farbgebung kommen Muster und Grafiken besonders cool zu Geltung. Aktuell trendige Ethno-Muster in schwarz-weiß zum Beispiel schaffen einen sehr reizvollen Spagat zwischen Urbanität und Folklore. Klassiker-Muster schlechthin sind Fliesen im Schachbrettmuster und Streifen. Einfach zeitlos und immer elegant! Muster und Texturen sind bei der Gestaltung in schwarz-weiß ein wichtiger Aspekt, um Räume mit lebendiger Atmosphäre zu kreieren, denn bei zu glatten, sterilen Oberflächen und monotonen Texturen können sie sonst schnell kühl und unnahbar erscheinen. Das ist möglicherweise schön zum anschauen, aber unangenehm für den Aufenthalt.  Brüche sind daher von großer Wichtigkeit. Das Spiel mit unterschiedlichsten Strukturen, Mustern, Oberflächen – glatt und rauh, weich und hart, natürlich und künstlich.

Interior in schwarz-weiß hat einen besonderen urbanen Charakter. Im Scandi-Style und im Industrial-Style lassen sich schwarz-weiß Kontraste besonders gut einbinden. In Kombination mit kühlen Materialien wie Beton, Glas und Metall lässt sich der coole, reduzierte Look noch stärker betonen. Wer es gern etwas weicher und gemütlicher will, setzt warmes Holz wie Eiche, kuschlige Felle und Naturmaterialien ein.

 

Schmackhafte Küche in schwarz-weiß, angerichtet auf Eiche mit einem Spritzer blau! Und der Hochtisch lädt so manches Stündchen zum Verweilen ein.

Scandistyle in schwarz-weiß ist besonders lässig und cool! Muster im Ethno-Look bringen besondere Spannung ins Spiel.

 

Eine einfach grandiose Kombi, immer klassisch und immer up-to-date. Anregend und beruhigend, immer elegant und doch immer sehr cool.

 

Gekonnter schwarz-weiß Mix braucht nicht viele Zutaten! Hier zum Beispiel kleiner Tritthocker und Porzellan mit grafischen Mustern, Häkelteppich und Bücherturm.

 

 

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Doppelstunde stadtbude: Farbpsychologie grau

Grau liegt gerade absolut im Trend! Oder vielleicht auch schon wieder nicht mehr, denn der Einzug in die Baumarktregale der Republik kündigt doch auch immer den Wandel vom Besonderen zum Mainstream an. Das gilt in diesen Tagen nicht nur für die Farbe Grau an sich, sondern für alles, was sich dem „Industrial Style“ verbunden fühlt – schlampig lackierte Weinkisten, Metallregale im Vintagelook und so weiter und so fort.

Dass gerade jeder so darauf abfährt, ist auch nicht wirklich zu verübeln, denn die Farbe (die streng genommen ja gar keine ist) ist absolut cool. Grau ist unaufgeregt und super lässig, bietet die perfekte Bühne für andere Akteure, ob Farben oder Möbel. Understatement auf ganzer Linie und dabei an Eleganz und Stil nicht zu überbieten. Grau ist ja bekanntlich das neue Schwarz.

Grau wirkt elegant und souverän, stark und cool. Es bringt andere Farben zum Leuchten, hält sich dabei lässig im Hintergrund. Grau als neutraler Ton funktioniert als Basis für so ziemlich jede Farbe, geht mit gedeckten Tönen harmonisch Hand in Hand oder bietet grellen Farben die perfekte Grundlage, um noch stärker zum Strahlen zu kommen. Ob Scandi-Style, Industrial, Vintage oder Purismus – Grau geht immer. Grautöne funktionieren super zu kühlen Materialien wie Glas, Sichtbeton, Metall und unterstreichen den Charakter von Nüchternheit und Klarheit. Sie passen aber auch wunderbar zu warmen Naturmaterialien wie dunklem Leder, Kork oder Holz und schaffen ein spannendes Gegengewicht. Grau ist nicht gleich Grau, die Farbpalette ist unerschöpflich. Warme Töne, die eine gemütliche Atmosphäre unterstreichen. Neutrales Grau, das sich unauffällig integriert. Kühle Töne, die diszipliniert und distanziert daherkommen. Für alles und jeden ist was passenden dabei.

 

Grau, lässiges Understatement

 

Helle Grautöne sind dezent und angenehm für’s Auge, im Gegensatz zu rein-weiß, dass schnell anstrengend sein kann

 

Grau wirkt als perfekter Hintergrund und bietet eine tolle Bühne für grelle Farben

 

Mehr als schwarz und weiß!

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Doppelstunde stadtbude: Farbpsychologie rot

Rot steht für Leidenschaft, Kraft und Stärke, es symbolisiert Mut und Intensität. Rot steht auch für Gefahr, kann aggressiv und bedrohlich erscheinen. Die Natur nutzt diese Signalfarbe gern, um giftige Beeren zu kennzeichnen oder auf die Paarungsbereitschaft von Affendamen aufmerksam zu machen. Auf jeden Fall ist Rot nichts für graue Mäuse. Es fällt auf, stellt sich dominant in den Vordergrund und ist wohl die Farbe, die uns zu intensivsten Emotionen bewegen kann.

Räume in sattem Rot können inspirierend und anregend auf uns wirken, uns aber auch aufregen und nervös machen. Dies sollte bei der Farbwahl genau bedacht werden. Ein Schlafzimmer in Blutrot wirkt wenig schlaffördernd, dafür unruhig, vielleicht sogar bedrohlich. Wer da mit Herzrasen im Bett liegt, sollte den Malerpinsel schwingen und auf einen dezenteren Ton wechseln. Im Wohnbereich oder Essbereich hingegen kann die Farbe durchaus anregend sein. Sie eignet sich gut in Räumlichkeiten, die der Kommunikation dienen, denn sie berührt uns mit allen Sinnen, bringt uns in Wallung. Farben wirken auf unser Bewusstsein und können darüber auch unsere Körperfunktionen beeinflußen. Rot regt an, bringt uns in Schwung.

Zarte Rottöne hingegen stehen gern für Reinheit, Unschuld, Mädchenhaftigkeit und Romantik. Rosé, Apricot, Puder sind weiche, dezente Rottöne und in Kombination mit Beige- und Weißtönen besonders beliebt. Sie bringen Balance, Zartheit und einen Tick Verspieltheit ins Leben. Sie regen zum Träumen. Rosé-Töne passen toll zu hellen, gebeizten Hölzern und hellen Naturmaterialien.

Gedeckte dunkle Töne wie Bordeaux und Burgunder wirken hingegen sehr erwachsen und reif, spenden angenehme Wärme und schaffen eine Atmosphäre von Geborgenheit und emotionaler Tiefe. Hier fühlen wir uns angenommen und verstanden, aufgefangen und angekommen. Diese Farbtöne wirken besonders harmonisch zu warmen Materialien wie dunklem Leder, dunklem Holz und Brauntönen.

Rot in kräftigen Mischtönen wie Brombeere und Himbeere (Blauanteil) oder Lachs und Koralle (Gelbanteil) wirken ebenfalls sehr inspirierend und anregend, allerdings weniger aggressiv als Knallrot. Beerentöne, Koralle und Co sind die perfekten Sommerfarben, mit denen sich frische Akzente setzen lassen und die sich auch wunderbar untereinander kombinieren lassen. Man muss nur etwas mutig sein! Rot ist eine Farbe für Selbstbewußte!

Akzente in rosé müssen nicht immer nur niedlich sein. Trotzdem wirken sie weich und harmonisch und passen wunderbar zum satten Grün der Pflanzen 

Verspielt und erfrischend! Die Tapete in Koralle mit floralem Muster ist nichts für Langweiler

Strotzt vor Leidenschaft und Sommer! Wandfarbe im Beerenton wie hier beim Messestand von Missoni Home

[Beinhaltet Werbung. Leider nicht bezahlt, aber es wird ja ein Produkt benannt]

 

 

 

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Doppelstunde stadtbude: Farbpsychologie gelb

In dieser Woche nehmen wir uns der Farbe gelb an, die eine der beliebtesten Farben bei der Gestaltung von Innenräumen ist. Zarte Töne wie Eierschale und Vanille sind echte Klassiker und seit Jahrzehnten beliebt. Doch auch kräftige Töne wie Senfgelb und Goldgelb hauen gerade wieder total rein und mischen das Interieur anständig auf. Gelb bringt Wärme ins Spiel, sorgt für Heiterkeit und Lebendigkeit, Strahlkraft und Stärke. Es bringt die sprichwörtliche Sonne in unsere Räumlichkeiten und sorgt somit für eine positive, entspannte Grundstimmung. Daher bieten sich Gelbtöne besonders für Räumlichkeiten der Kommunikation an – Küche, Esszimmer, Wohnbereich – und können auch als Akzentfarbe einzelne Bereiche besonders gut hervorheben.

Gelb ist aber auch eine kleine Diva und scheint auf den ersten Blick etwas schwierig zu sein. Es passt nicht zu allem, doch mit etwas Feingefühl sorgt es für echte Knaller. Goldene, satte Gelbtöne wirken elegant und luxuriös. Sie sind inspirierend und einladen, anregend und erheiternd.  Helle Gelbtöne reflektieren das Licht besonders gut und lassen Räume dadurch optisch weiter erscheinen.

Beige und Eierschale passen sehr schön zu hellen, natürlichen Oberflächen wie zu weißgekalkten Wänden und hellen Hölzern. Sie kommen aufgrund warmen Farbtemperatur mit einer unaufgeregten, freundlichen Note daher und sorgen für eine angenehme Wohlfühlstimmung. Kann man nichts falsch machen, kann man aber auch noch eine Schippe drauf legen. Denn kräftiges, klares Gelb ist ein Kracher! Wohnaccessoires in diesen Tönen kommen besonders zu dunklen kühleren Farben super zur Geltung und bilden hierzu einen tollen Kontrast. Grau, schwarz, dunkelblau sind die perfekte Basis, um vor allem satte Gelbtöne hervorragend zum Strahlen zu bringen und darüber hinaus als Gegenspieler immer cool und lässig. Hingegen warme, mediterran anmutende Gelbtöne harmonieren besonders gut zu ebenso warmen Farb- und Holztönen. So gehen Ocker und warmes Orange zum Beispiel gut zu braunem Leder oder dunklem Holz und geben in der Kombination eine eher rustikale, gemütliche Note.

 

Ein Hauch von Luxus: Sattes gold-gelb knallt wunderbar bei kühlen Grautönen

Goldgelb wie hier als Wandtapete mit Silbereffekten bringt Sonne und einen Hauch von Luxus in die Räume

Senfgelb bringt auch bei einer eher maskulinen Wohnraumgestaltung coole Akzente und Farbe in die Bude

Gar nicht so kompliziert: warmes Gelb in Kombi mit warmem Holz und Brauntönen 

Doppelstunde stadtbude: Farbpsychologie Grün

Es geht es weiter mit der stadtbude Doppelstunde. Auf dem Lehrplan diese Woche steht „Farbpsychologie Grün“. Also Ruhe im Saal, gerade sitzen, Smartphones vom Tisch (okay, außer ihr lest gerade auf dem Ding).

Erfrischend, belebend, beruhigend, wohltuend – Grün wirkt wie ein spritziger Smoothie. Grün tut unserem Auge und unserer Seele gut. Es ist die frische Farbe saftiger Wiesen und die erholsame tiefe Nuance kühler Wälder. Grüne Farbtöne setzen wir gleich mit Natur und Leben, Neuanfang und Gesundheit. Beim Anblick können wir auftanken, durchlaufen eine mentale Reinigung – Grün ist Wellness.

Zarte Grüntöne, wie sie im Frühjahr in der Natur zu finden sind, stehen für Jugendlichkeit, Vitalität, Frische, Aufbruch und Neuanfang. Maigrün, Frühlingsgrün, Grasgrün- der Name ist Programm. Pastellige Töne wirken immer auch etwas niedlich und kindlich, erinnern an Pistazieneis und Waldmeisterbrause. Sie wirken belebend und inspirierend, fördern Kreativität und Kommunikation. Demzufolge bieten sie sich in Bereichen wie Küche, Wohnzimmer, Kinderzimmer aber auch Arbeitszimmer ausgesprochen gut an. Kombinieren lassen sich die hellen, zarten Töne auch besonders gut zu hellen Naturmaterialien, wie hellem Holz, weiße und beigefarbene Textilien oder Korbmaterialien.

Dunkleres Grün wirkt erholsam, beruhigend und konzentrationssteigernd. Wir fühlen uns angenommen und angekommen, wollen versinken und tief einatmen. Beim Anblick dunkler Grüntöne spüren wir eine starke Verbindung zur Natur. Der Urban-Jungle-Trend greift diese Farbe in all ihren Schattierungen besonders gern auf, denn sie passt perfekt zu dunklen Naturmaterialien wie braunem Leder, warmem Holz, Kork oder Bast. Und natürlich zu Zimmerpflanzen, denn die sind ja Voraussetzung für einen Dschungel, ohne wäre ja doof. Dunkle blau-grün Töne geben allem eine besondere Tiefe, Unergründlichkeit und wirken meditativ und ausgleichend.

Gedeckte, „dreckige“ Farbtöne sind sowieso in allen Tönen meine absoluten Lieblinge, denn sie wirken unaufdringlicher und immer ein bisschen Vintage und edel, lassen sich dabei auch einfacher mit Materialien und Strukturen unterschiedlichster Art kombinieren. Absolut im Trend sind momentan Töne wie Seegras oder Salbeigrün. Mmmhhh… wie das duftet!

 

Bringt Natur in die Bude und ist ein toller Partner an der Seite von kräftigem Blau! Tapete „Bumblebee“ mit tollen Goldakzenten (Foto stadtbude)

Gedeckte Grüntöne, wie Schilf oder Salbei, harmonieren wunderbar mit Naturmaterialien wie Korb und sorgen für eine geborgene, ausgeglichene Stimmung (Foto – stadtbude)

Mmmhhh… Erinnert an Softeis Vanille-Pistazie! Zartes, pastellenes Grün in Kombination mit Beige als perfekte Farben für das Kinderzimmer. Goldene Punkte sorgen für die richtige Priese Magic! (Foto stadtbude)

Da sich Wandfarben und Lacke ganz wunderbar individuell nach Farbnummer (Hier NCS-Farbsystem) anmischen lassen, wurde auch die Kinderküche in entsprechendem Grün aufgehübscht (Foto stadtbude)

Jeder sollte eine haben… (Foto stadtbude)

Doppelstunde Stadtbude – Farbpsychologie Blau

 

Im Zuge einiger Schreibarbeiten, die ich kürzlich zum Thema „Farbwirkung Innenräume“ verfasst habe, kam mir die Idee, das Ganze auch mal hier für Euch etwas aufzuarbeiten. Denn die farbliche Gestaltung unserer räumlichen Umgebung hat nicht unwesentlich Einfluss auf deren Atmosphäre und unsere Stimmung.

Also, legen wir gleich mal los mit der wunderschönen Farbe Blau, die seit Kindertagen meine Lieblingsfarbe ist. Naja, abgesehen von Grau und Schwarz, aber das sind ja bekanntlich keine wirklichen Farben.

Abtauchen und Eintauchen, Tiefe und Leichtigkeit

Bei Blau denken wir an das tiefe Meer und den weiten Himmel, eiskalte Schnee- und Getscherwelten und erfrischende Bergseen. Helles, klares Blau verbinden wir mit Freiheit, Klarheit, Vitalität und Frische. In pastelligen Tönen wird es auch mit Jugendlichkeit, Unschuld und Fröhlichkeit in Zusammenhang gebracht. Babyblau, Himmelblau, Aquamarin sind nicht ohne Grund beliebte Farbtöne, wenn es um den Verkauf von Kinderklamotten geht oder auch die Vermarktung von Raststättenhygieneeinrichtungen. Helles Blau schafft eine vitale, lebhafte Atmosphäre und eignet sich hervorragend für Wohnbereiche, Kinderzimmer oder – Klassiker – Bäder. Aber auch bei der Gestaltung eines Flures kann Blau sehr einladend und erfrischend sein.

Sattes, strahlendes Blau steht für Stärke, Seriosität, Tatendrang, Kompetenz. Ihm Begegnen wir teilweise mit Ehrfurcht und Neugierde. Eingesetzt als Wandfarbe ist klares Blau eine klare Ansage! Resolut und voller Kraft eignet es sich, Bereiche gekonnt und selbstbewusst in Szene zu setzen. Blau bringt Wanddekorationen besonders schön zum Leuchten. Das wussten schon einstige Schlossherren und Museen, die ihre Gemälde gern darauf positionierten. Tintenblau, Royalblau, Marineblau sind hier bekannte Vertreter und allein deren Namen lassen uns ehrfürchtig aufhorchen.

Dunkle Töne hingegen wirken beruhigend, sogar konzentrationssteigend. Tiefe Blautöne strahlen ebenso etwas unergründliches aus, in ihren Tiefen möchten wir schier versinken. Dunkelblau steht für Beständigkeit, wirkt bescheiden und zurückhaltend, aber auch maskulin und geheimnisvoll. Es ist stilvoll und zeitlos. Farbpsychologisch werden ihm die Eigenschaften Ruhe und Konzentration zugeschrieben, es symbolisiert Zurückhaltung, Seriosität und Beständigkeit. Wandgestaltung in tiefen dunkeln Blautönen sind momentan besonders beliebt, denn sie setzen einen starken Kontrast zu Möbeln und Wanddekorationen.

Blautöne lassen sich super zu Grautönen kombinieren, schaffen hier eine kühle maskulin-sachliche Umgebung, die aber gut zum aktuellen Urbanstyle passt. Mit Orange oder warmem Braun kombiniert bekommt es eine lebendige, warme Note im Sixties-Stil. Warme Hölzer und kalter Beton eignen sich jeweils als Materialien hervorragend im Zusammenspiel mit blauen Farbtönen. Der Marinestil, die Kombination weiß-blau, ist ein zeitloser Klassiker und steht für Freiheit, Frische und Sommer am Meer. Ob weiß gebeizte Möbel oder gestreifte Stoffe, man hört förmlich den schrillen Schrei der Möwen, die sich im Wind hin- und herschaukeln lassen.

Farben senden immer eine unbewußte Botschaft, ob Raumgestaltung oder Klamotten. Oftmals sind wir uns dem gar nicht so bewußt, aber die Welt scheint der Einfachhalber wegen immer mehr in Schubladen einsortieren zu wollen, obwohl dies uns nicht gerecht wird. Ich selbst versuche zum Beispiel meinen Töchtern möglichst wenig rosa Klamotten aufzuhalsen, denn dieser „Barbie/Püppchen-Trend“ stößt mir mehr als sauer auf, ebenso wie die Einteilung in eine hellblaue und rosafarbene Kinderwelt durch Industrie und auch Gesellschaft. Für mich ist klar, allein rosarot sollte jedes Kinderleben sein und in Farben natürlich knallbunt! Zum Abschluss mal ein kleiner, sehr interessanter Ausflug in die Geschichte der Jungs- und Mädchenfarben, zum Klugscheißen auf der nächsten Party:

Rosa war in früheren Zeiten die Farbe kleiner Jungs und hellblau die der Mädchen. Das ganze hatte auch eine ganz logische Begründung! Denn Rot war früher die Farbe mächtiger Männer, sie steht für Kraft, Aggressivität, Mut und Gefahr (also klar, dass sie nun die Farbe von uns Frauen ist ;)). Rosa galt damals als „das kleine Rot“. Blau hingegen stand für Keuschheit, Gehorsam, Disziplin und Fleiß und galt als schicklich für Frauen. Das helle blau wurde demnach den Mädchen zugeteilt. Tja, so ändern sich die Zeiten.

Zum Abtauchen und Träumen: Die Wandfarbe in tiefem Blau (Hague Blue) und die Tapete in Taubenblau vom englischen Hersteller Sanderson (Foto stadtbude)

Tiefes Blau harmoniert toll zu warmem Holz, wie Eiche und bildet einen starken, spannenden Kontrast zu Weiß- und Biegetönen. Wanddekorationen, vor allem mit goldenen Akzenten, bringt es besonders schön zum Strahlen (Foto stadtbude)

Kräftige Blautöne passen wunderbar zu Grau und bringen grelle Farben toll zum Leuchten (Foto stadtbude)

 

 

 

Viva Mallorca

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Wie jedes Jahr, kommt irgendwann die bittere Erkenntnis: „Jetzt ist es vorbei! Da hilft nix! Schluß mit lustig und Friede-Freude-Eierkuchen“. Und dann kommt der Herbst. In diesem Jahr war die Vorstellung noch um einiges schmerzhafter, fast schon unfaßbar, denn folgte sie doch unmittelbar auf die bange Frage „Wo bleibt er denn nun?“ und „Das wird wohl nix mehr!“. In diesem Falle natürlich bezogen auf einen anständigen Sommer. In den letzten Wochen sollte wohl dann tatsächlich noch ein Aufbäumen erfolgen, mit hochsommerlichen Temperaturen und herrlicher Sonne, das uns ein kopfschüttelndes „Geht doch! Wieso denn erst jetzt? Wieso nicht gleich so?“ abrang. Doch die bereits kühlen, klammen Nächte konnten es nicht mehr verbergen: Schluß ist!

Bevor der Herbst nun also auch mit seiner fiesen Seite über uns herfällt, ging’s für uns noch einmal in den Süden. Noch einmal die heiße Sonne auf der Haut, noch einmal in warmes Wasser tauchen, noch einmal warme, würzige Gerüche der trockenen Landschaft einatmen und förmlich auf der Zunge spüren, um alles zu speichern und sich an kalten Tagen an den schönen Erinnerungen zu laben. Und noch einmal durch schöne Städte wandeln, durch kleine Bergdörfer streifen und sich an deren farbenfrohen und prächtigen oder schlichten und wehrhaften Fassaden erfreuen.

Neugierig und beeindruckt von so vielen Reiseberichten Bekannter wurden in diesem Jahr mal alle Vorurteile bezüglich der Deutschen liebster Insel über Bord geworfen und ab ging’s nach Mallorca (Nicht nach Malle! Ich fliege nicht nach Malle!). Naja, was soll ich sagen?! Ich mußte einsehen, fernab vom Massentourismus ist es wirklich ein Traum! Unsere Unterkunft in einem urigen Bergdorf am Meer, in der Serra de Tramuntana zwischen Schafen, Olivenbäumen und Weinbergen und Palma mit seinem quirligen Leben und der lebendigen Architektur nicht weit entfernt. Landschaft und Architektur ein Refresher für alle Sinne.

Die prachtvollen Fassaden Palmas sind wie ein Ausflug in eine andere Welt. Schön doof, wer auf der Jagd nach Shoppinggut durch die Altstadt hechelt, ohne den Blick nach oben zu richten und an den schmucken Gebäudehüllen inne zu halten. Man kann sich kaum satt sehen, am üppigen katalanischen Jugendstil, der sich süß wie Zuckerguss durch die Altstadt zieht. Nicht gewöhnlicher Zuckerguss, sondern ganz hohe Patisserie – verschnörkelt und überladen. Hier und da erhascht man einen Blick auf einen der prächtigen grünen Innenhöfe, die vom Reichtum ihrer alten Besitzer erzählen und sich wie kleine heimliche Inseln verstecken. Oder die alten mediterranen Wohngebäude, die sich eng aneinander zu quetschen scheinen. Kleine dunkle Wohnungen in alten Gebäuden, aus denen der muffige Geruch so vieler Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gemischt mit lautem Fernsehton in die Gassen dringt. Blickt man verstohlen in offenen Fenster, sieht man träge Gestalten auf altmodischen Sofas oder Betten liegen. Oder die verlebten, oft schäbigen Fassaden in Santa Catalina, die einen ganz besonderen Charme mit sich bringen. Sie wüssten sicher einige Geschichten zu erzählen, von den Fischern, die sich früher hier nahe des Hafens niederließen, um ihr Tagwerk zu vollbringen und dem Szenenvolk, das sich heute in den Gassen tummelt, auf der Jagd nach dem besten Sushi und das nebenbei das ein oder andere neue architektonische Schmuckstück aus dem Hut zaubert.

Was für eine wundervolle, reiche Farben- und Formenpracht. Einmal eintauchen, bitte!

 

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