Upcoming Winter

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Ein paar Flöckchen sind schon gefallen und ersten Fröste haben Pfützen in kleine Eisflächen verwandelt, noch ungewohnt bewegen wir uns – halb rutschend, halb fallend – über sie hinweg. In dicke Parker gehüllt, der Kopf unter warmen Mützen versteckt, die Nase atmet die erste eisige Winterluft. Der Winter naht!

Der Himmel meist grau, die Äste nackt, der Wind frostig – und doch freut man sich irgendwie auch wieder auf die kommende Zeit. Tempo wieder einen Gang runter schalten, Einkuscheln Zuhause, Winterspaziergänge und gemütliche Runden am Glühweinstand.

Und die Farben für Zuhause? Kühles Grau-Blau in allen Facetten und dazu warmes dunkles Holz und Kupfer. Gar nicht frostig, sondern was für’s Herz. Langsam umschalten auf „Winter-Kuschel-Modus“.

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Das wunderbare an der freiberuflichen Tätigkeit ist, nach durchgearbeitetem Wochenende seinen freien Tag auf einen sonnigen Montag zu legen. Herrlich! Während ein Großteil der Bevölkerung sich wieder ins Büro geschleppt hat, mit dieser Schwere zu wissen, dass erneut 5 Tage bis zum nächsten Wochenende vor einem liegen, haben der Mann von der Frau von der Stadtbude und ich den sonnigen Tag genutzt um uns auf’s Bike zu schwingen und endlich mal wieder die Singletrails unseres Homespots zu rocken.

Das Ende der Bikepark-Saison hatten wir noch einmal ausgiebig genutzt und uns bis Anfang November in diversen Parks rumgetrieben. Anschließend ließ uns die Arbeit wenig Zeit zum biken. So war es also mittlerweile mehr als vier Wochen her, dass wir das letzte Mal über unsere Trails pesten. Und seit dem hat sich wirklich einiges getan hier!

Nirgendwo werden der Lauf der Zeit und die damit verbundenen Änderungen der Natur deutlicher spürbar als in bekanntem Terrain. Dort, wo man quasi jeden Strauch kennt wie seine Westentasche. Jedesmal ist man schwer beeindruckt von diesem stetigen Wandel, dieser immer wieder wechselnden Szenerie und den dadurch entstehenden neuen Stimmungen. Waren es im Oktober noch goldene Wälder, so waren gestern die Trails unter einer gleichmäßigen, dichten, braunen Laubschicht versteckt. Der würzige Geruch von gefallenem Laub, die durch die nackten Stämme glitzernde Sonne, die Vorahnung von Winter. Und man selbst wieder mitten drin – ganz klein, aber sehr lebendig.

Mein absolter Höhepunkt gestern waren die Stapel von Baumstämmen, die seit Monaten am Wegesrand lagern. Auch sie haben mit der Zeit ihr Aussehen stark verändert. Witterung, Pilze, Moos und andere Geflechte haben ihre Spuren hinterlassen – und diese sind wirklich beeindruckend schön! Großartige Strukturen, die durch den Kontrast der bunten Markierungen der Forstarbeiter eine zusätzlich tolle Spannung erhalten ! Hier wird jedes noch so tolle Kunstwerk mit einem müden Lächeln durch Mutter Natur auf die Strafbank verwiesen! Es lebe das Leben!

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Vertraute Tristesse – Jeff Wall in der Pinakothek der Moderne

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A fight on the sidewalk – 1994

Bereits letzten Mittwoch war die Vernissage zur Ausstellung von Jeff Wall. Ein Teil seiner Werke – größtenteils jene, die bei Münchener Sammlern ein Zuhause gefunden haben – sind noch bis 9. März 2014 in der Pinakothek der Moderne Münche  zu besichtigen.

Auch wenn bereits einige Tage ins Land gestrichen sind, will ich es nicht versäumen ein paar Bilder und Eindrücke nachzureichen und auf die Ausstellung hinzuweisen. Denn es lohnt sich.

Jeff Wall ist ein ruhiger, unaufgeregter Typ. Und gerade durch diese Art auch sehr sympathisch. Während Kuratoren und Förderer Eröffnungsreden hielten, die – wie so oft – mit ein paar ausgetauschten Passagen auch für die Diplomfeier oder das 60igste Betriebsjubiläum herhalten könnten (und demzufolge eher inhaltsleer und unpersönlich klangen), begnügte sich Wall selbst mit zwei, drei kurzen netten Sätzen. Sehr angenehm!

Ähnlich sind auch seine ausgestellten Werke. Kein großes Theater, kein riesen Drama. Oft fast banal. Und doch irgendwie packt es dich! Tief innen. Weil das Gefühl so vertraut ist. Und sofort greifbar beim Blick auf die Lichtboxen. Fast springt es einem entgegen. Nicht mahnend, nicht fordernd, nicht animierend. Aber irgendwie brutal. Weil man es doch einfach so gut kennt. Diese zäh verrinnende Zeit, dieser trostlose Gang, diese Gleichgültigkeit. Und irgendwie wäre es auch belanglos und nicht erwähnenswert, würde nicht gleichzeitig dieses unbändige Tier knurrend an der Kette zerren – diese Sehnsucht nach Veränderung und Erlösung.

Jeff Wall – Pinakothek der Moderne München, noch bis 09.03.2014

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A Villager from Aricaköyu arriving in Mehmutbey – 1997

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The Eviction – 1988

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Cyclist – 1996

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Jell-O – 1995

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The Thinker – 1986

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Restoration – 1993

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The Smoker – 1986

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Some beans – 1990

Take me to… Köln

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Häääh? Wie??? … Ja, ja – richtig gelesen! Köln! Diese rheinische Frohnatur.

Aus aktuellem Anlass. Ich hab‘ nämlich eben ein paar Tage dort verbracht. Für Stockholm, London, Mailand, Madrid, die noch auf Ausarbeitung warten, aber aus Zeitgründen noch in meiner Schublade – oder besser in meinem Hirn – schlummern, fand ich bisher noch nicht die nötig Muße. In meinem Langzeitgedächnis abzutauchen bereitet mir gerade zuviel Mühe. Daher plansche ich lieber in den seichten  Gefilden meines Kurzzeitgedächnisses. Da bekomme ich noch schnell was zusammen. Und deshalb heute mal Köln!

Bisher war ich noch nie in meinem Leben dort. Keine Ahnung wieso. Vielleicht hielt mich dieser überall auftauchende Satz bereits dort gewesener “Naja, die Stadt hat außer dem Dom nicht so viel zu bieten, aber die Leute sind alle unheimlich freundlich drauf!” einfach davon ab. “nicht viel zu bieten…”. Mhhh… “alle unheimlich freundlich drauf…!” Oh, Schreck!

Wenn man herkunftsbedingt den maulfaulen Berliner gewöhnt ist, bei dem das Ausbleiben einer Pöbelei schon mal als Nettigkeit gedeutet werden kann, empfindet man derartige Aussagen eher als befremdlich. Was soll das denn heißen „unheimlich freundlich drauf!“ ? Laufen die das ganze Jahr grinsend mit Karnevalshütchen durch die Gegend und werfen Kamelle?

Nun ja, da ich nach mehreren Stunden Stau, zehn Uhr abends und völlig unterzuckert im Hotel ankam, war ich eher auf Krawall gebürstet (Wie gesagt, nicht gepöbelt ist bereits eine Nettigkeit) und die beiden ersten, die ich traf, waren schnell in der Kategorie „Arschloch!“ abglegt. Doch nicht alle gut drauf hier.

Kurz Zeit später fand ich mich in einem super leckeren Burger-Laden wieder, hatte etwas Rind und mein erstes Kölsch im Bauch und war gerüstet, um meinen Freunden unter die Augen zu treten und ins Nachtleben zu starten.

Nun gut, was soll ich sagen… Es waren zweieinhalb super Tage, mit alten und neuen Freunden und vielen netten und einigen sehr netten Leuten. Zwei von ihnen haben es sogar bis in meinen Facebook-Freundeskreis geschafft. Und da nehme ich nicht gleich jeden auf! Ich hab‘ das Wochenende sehr genossen! Nun ja, meistens… So durchzechte Nächte fühlen sich ab einem gewissen Zeitpunkt ziemlich böse an. Aber ansonsten freue ich mich definitiv auf ein weiteres Mal.

Übrigens gibt es wesentlich mehr als den Dom. Schaut es euch an (auch wenn die Bilder diesmal leider nicht in bester Qualität sind)! Vor allem in der Gegend am Rheinauhafen entsteht viel spannendes – neue Architektur, die in ihrer Formensprache ihren lokalen Bezug nicht verliert. Auf jeden Fall mal ein Ausflug wert.

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