Urlaub dahoam

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Urlaubszeit! Da fahren und fliegen sie nun alle dahin. Drei Wochen Bali, Brasilien, Bulgarien.

Doch der eigene Urlaub schreit eher nach Balkonien als nach Bali. Weil in diesem Jahr andere Dinge wichtig sind und die Ersparnisse nicht für großes Halligalli oder Expeditionen ans andere Ende der Welt drauf gehen können. Und weil die freien Tage auch für Erledigungen herhalten müssen, für die sonst wieder die Zeit fehlt. Ein Kurztrip muss also reichen und ansonsten heißt es „Urlaub dahoam“!

Klingt so schrecklich bemitleidenswert? – Tja, ist es aber gar nicht!

Wenn man sich nur darauf einlässt, ist es wie damals in den großen Ferien. Totale Freiheit! Erst recht bei diesem genialen Sommer, der Hitze, Hitze, Hitze mit sich bringt. Einfach nur laufen lassen. Der Kopf frei von Gedanken, träge und ohne Erwartung. Treiben lassen im hier und jetzt, schauen, worauf man so Lust hat und ob überhaupt. Keine Verpflichtung, kein Freizeitstress, kein „Müssen-wir-unbedingt-gesehen-und-gemacht-haben“. Schlafen, so lange man will. Ausgedehntes Frühstücken im Freien. Morgens allein ausserhalb von München an der Isar liegen und sich mit der kalten Strömung treiben lassen. Und wieder erfrischt nach Hause fahren, wenn die ersten ihre Grills anschleppen. Bis spät in die Nacht in Cafés abhängen, ohne dieses „Bääähhhh-Morgen-wieder-zeitig-raus-Gefühl“. Den eigenen Radieschen beim Wachsen zusehen und die erste leckere Ernte genießen. Ohne Ziel durch die Gegend radeln, zwischendrin baden gehen und die Seele baumeln lassen. Einfach nur abgammeln und all die Bücher lesen, die schon so lange auf einen warten. Die Zeit träge und faul dahin laufen lassen. Unter der Woche bis tief in die Nacht mit Freunden grillen und endlich wieder eigene Knoblauchbutter und leckeres Essen vorbereiten. Bei Bullenhitze im Freien schlafen. Und zum Frühstück, Mittag und Abend Wassereis essen.

 

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Mach’s wie Bauhaus!

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In den letzten Wochen ist es sehr ruhig hier geworden. Zum einen gab’s viel um die Ohren, zum anderen aber stand auch mal eine kleine Auszeit an. Viele schöne neue Eindrücke habe ich mitgebracht und tolle Erlebnisse gehabt, von denen ich noch lange zehren werde.

Ein bisschen was möchte ich Euch natürlich gern abgeben. Und da draussen grausiges Wetter ist und sich tatsächlich dicker, nasser November breit gemacht hat, werde ich mal für etwas Erheiterung durch bunte Farben sorgen! Kann sicher nicht schaden…

Einer meiner schönsten Tage im Oktober war mein Abstecher ans Bauhaus Dessau. Endlich, endlich, endlich…! Als Architektin und ehemalige Studentin mit Kunstgeschichtskurs Bauhaus bin ich große Liebhaberin und kleine Expertin auf dem Gebiet. Politische Geschichte, Werkstätten, Lehrer und Studenten – alles aus dem FF. Aber dort war ich tatsächlich bis vor drei Wochen noch nie. Gierig habe ich also alles aufgesogen und einen Führungs-Marathon von drei Führungen am Tag absolviert (Meisterhäuser, Schulgebäude, Siedlung Törten). Auch wenn aufgrund meines Kunstgeschichtskurses nichts wirklich neu war, war es ein super Tag mit einem sehr sympathischen und äußerst kompetenten Guide (eigentlich Archäologe, macht’s gleich noch mal sympatischer) und netten Kommilitonen, äähhhh… Besuchern. Und man war neugierig und angetan vom Stoff und hat sich wieder gefühlt, wie an der Uni.

Klar werde ich in Kürze einen Beitrag mit tollen Bildern über meinen Tag in Dessau bringen, ist ja wohl logisch! Gebt mir nur ein bisschen Zeit, muss ja auch alles ein etwas vorbereitet sein, will Euch ja nicht schnell was hinrotzen. Doch ich bin gerade etwas eingespannt. Aber Vorab, als kleine Einstimmung, zum Staunen, Wundern und toll finden (und um Euch zu zeigen, dass ich tatsächlich noch da bin), die Farben des Bauhauses.

Also, Wochenende steht an, also macht es wie Bauhaus! Mehr Farbe, mehr Kontraste, mehr Ecken und Kanten!

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bald total in echt!

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Tippen, klicken, laden, scrollen! Für alle, die mal wieder bisschen Papier zwischen den Fingern knistern lassen wollen und die schmöckern auf’m Sofa lieber mit Buch als mit iPad mögen, gibt’s bald den Styling-Guide „rock your home!“ in Papierform. Zum blättern und ganz in Echt!

Zum knicken, reinkritzeln, Klebezettel hinterlassen, in die Hand nehmen und wieder weglegen. Zum behalten und verschenken.

Hab’s eben beschlossen und werde mich gleich ans Werk machen. Seid gespannt! Ich bin’s auch!

catch the moment

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Es gibt so Momente, in denen einem die leise Ahnung erfaßt, es könnte einem was entgleiten, wenn man sich nicht kümmert. Zum Beispiel all die schönen flüchtigen Bilder, die vollen Momente und kleinen Träume, die man einzufangen verpaßt, weil man sich seiner Kamera so schrecklich selten bedient. Weil die große zu schwer und klobig ist und nicht immer mitgeschleppt werden kann und ein noch so tolles, buntes Telefon zugegebener Maßen trotz Instgram keine wirkliche Kamera ersetzen kann und überhaupt, weil man durch den Alltag hetzt und bequem wird. Und plötzlich erkennt man es und denkt sich „Oh nein, das darf nicht sein! Festhalten!!!“ Denn sind nicht die verpaßten Bildern voller Träume auch irgendwie die eigenen Träume, die sich gerade zu verflüchtigen scheinen, weil man sich nicht mehr um sie kümmert?

In dieser Woche durfte ich mich an diesen wunderbaren Bildern meines alten Freundes Jens Notroff erfreuen, die  in mir dieses „Paß-auf-da-war-doch-noch-was-das-du-gerne-tun-wolltest-und-so-lange-vernachlässigt-hast-Gefühl“ aufschreien ließen. Als Archäologe kommt der Mann viel rum und ist vor allem im Nahen Osten und in Nordeuropa unterwegs. Auf seinem Blog  www.lettersfromthefield.com gibt er Einblicke in fremde Welten und Alltag anderer Kulturen, in spannenden Bildern festgehalten.

Die aktuellsten und hier gewählten Fotos aus seinem flickr-Album street life sind in Urfa/Türkei und in Berlin, seiner Heimatstadt, entstanden und geben authentisches Alltagsleben wieder. In beiden Städten geschäftiges Treiben, das aber unterschiedlicher kaum sein kann!

Marktgeschäft, flirrende Mittagshitze, stolze, lachende Herren mit faltigem, sonnengegerbtem Gesicht. Automatisch addiert man die Geräusche und Gerüche hinzu: Süssliches Fleisch in der Mittagshitze, Kräuter und Gewürze. Aufgeregtes, lautes Stimmengewirr, hier und da durchbrochen von Lachen und Geschrei. Quietschende U-Bahn-Räder, klappernde Schuhe auf von  Sommersonne erhitztem Granitsteinpflaster, Lautsprecherdurchsagen, die angenehme Kühle des Bahnhofgebäudes und Uringeruch. Vielleicht ist es gerade dieser Kontrast der Bilder, der aufhorchen und aufschreien läßt? „Vorsicht, wir könnten was verpaßen!“

Ich für meinen Teil versuche dem entgegenzuwirken und meinen kleinen Leidenschaften wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Nach kurzer über Facebook abgehaltener Kamera-Beratungsstunde mit dem hier vorgestellten Fotografen habe ich seoben ein neues, kompakteres Modell bestellt. In Zukunft gibt’s also keine Ausreden mehr und viele neue Bilder meinerseits werden hoffentlich in Kürze folgen! (Jens, es wurde die kleine Schwester! :) )

In diesem Sinne: Catch the moment!

 

Urfa/Türkei – alle Bilder Jens Notroff,  http://about.me/jens.notroff, http://www.vagabondslog.com

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Berlin – alle Bilder Jens Notroff,  http://about.me/jens.notroff, http://www.lettersfromthefield.com

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