Doppelstunde stadtbude: Farbpsychologie Grün

Es geht es weiter mit der stadtbude Doppelstunde. Auf dem Lehrplan diese Woche steht „Farbpsychologie Grün“. Also Ruhe im Saal, gerade sitzen, Smartphones vom Tisch (okay, außer ihr lest gerade auf dem Ding).

Erfrischend, belebend, beruhigend, wohltuend – Grün wirkt wie ein spritziger Smoothie. Grün tut unserem Auge und unserer Seele gut. Es ist die frische Farbe saftiger Wiesen und die erholsame tiefe Nuance kühler Wälder. Grüne Farbtöne setzen wir gleich mit Natur und Leben, Neuanfang und Gesundheit. Beim Anblick können wir auftanken, durchlaufen eine mentale Reinigung – Grün ist Wellness.

Zarte Grüntöne, wie sie im Frühjahr in der Natur zu finden sind, stehen für Jugendlichkeit, Vitalität, Frische, Aufbruch und Neuanfang. Maigrün, Frühlingsgrün, Grasgrün- der Name ist Programm. Pastellige Töne wirken immer auch etwas niedlich und kindlich, erinnern an Pistazieneis und Waldmeisterbrause. Sie wirken belebend und inspirierend, fördern Kreativität und Kommunikation. Demzufolge bieten sie sich in Bereichen wie Küche, Wohnzimmer, Kinderzimmer aber auch Arbeitszimmer ausgesprochen gut an. Kombinieren lassen sich die hellen, zarten Töne auch besonders gut zu hellen Naturmaterialien, wie hellem Holz, weiße und beigefarbene Textilien oder Korbmaterialien.

Dunkleres Grün wirkt erholsam, beruhigend und konzentrationssteigernd. Wir fühlen uns angenommen und angekommen, wollen versinken und tief einatmen. Beim Anblick dunkler Grüntöne spüren wir eine starke Verbindung zur Natur. Der Urban-Jungle-Trend greift diese Farbe in all ihren Schattierungen besonders gern auf, denn sie passt perfekt zu dunklen Naturmaterialien wie braunem Leder, warmem Holz, Kork oder Bast. Und natürlich zu Zimmerpflanzen, denn die sind ja Voraussetzung für einen Dschungel, ohne wäre ja doof. Dunkle blau-grün Töne geben allem eine besondere Tiefe, Unergründlichkeit und wirken meditativ und ausgleichend.

Gedeckte, „dreckige“ Farbtöne sind sowieso in allen Tönen meine absoluten Lieblinge, denn sie wirken unaufdringlicher und immer ein bisschen Vintage und edel, lassen sich dabei auch einfacher mit Materialien und Strukturen unterschiedlichster Art kombinieren. Absolut im Trend sind momentan Töne wie Seegras oder Salbeigrün. Mmmhhh… wie das duftet!

 

Bringt Natur in die Bude und ist ein toller Partner an der Seite von kräftigem Blau! Tapete „Bumblebee“ mit tollen Goldakzenten (Foto stadtbude)

Gedeckte Grüntöne, wie Schilf oder Salbei, harmonieren wunderbar mit Naturmaterialien wie Korb und sorgen für eine geborgene, ausgeglichene Stimmung (Foto – stadtbude)

Mmmhhh… Erinnert an Softeis Vanille-Pistazie! Zartes, pastellenes Grün in Kombination mit Beige als perfekte Farben für das Kinderzimmer. Goldene Punkte sorgen für die richtige Priese Magic! (Foto stadtbude)

Da sich Wandfarben und Lacke ganz wunderbar individuell nach Farbnummer (Hier NCS-Farbsystem) anmischen lassen, wurde auch die Kinderküche in entsprechendem Grün aufgehübscht (Foto stadtbude)

Jeder sollte eine haben… (Foto stadtbude)

Werbeanzeigen

Doppelstunde Stadtbude – Farbpsychologie Blau

 

Im Zuge einiger Schreibarbeiten, die ich kürzlich zum Thema „Farbwirkung Innenräume“ verfasst habe, kam mir die Idee, das Ganze auch mal hier für Euch etwas aufzuarbeiten. Denn die farbliche Gestaltung unserer räumlichen Umgebung hat nicht unwesentlich Einfluss auf deren Atmosphäre und unsere Stimmung.

Also, legen wir gleich mal los mit der wunderschönen Farbe Blau, die seit Kindertagen meine Lieblingsfarbe ist. Naja, abgesehen von Grau und Schwarz, aber das sind ja bekanntlich keine wirklichen Farben.

Abtauchen und Eintauchen, Tiefe und Leichtigkeit

Bei Blau denken wir an das tiefe Meer und den weiten Himmel, eiskalte Schnee- und Getscherwelten und erfrischende Bergseen. Helles, klares Blau verbinden wir mit Freiheit, Klarheit, Vitalität und Frische. In pastelligen Tönen wird es auch mit Jugendlichkeit, Unschuld und Fröhlichkeit in Zusammenhang gebracht. Babyblau, Himmelblau, Aquamarin sind nicht ohne Grund beliebte Farbtöne, wenn es um den Verkauf von Kinderklamotten geht oder auch die Vermarktung von Raststättenhygieneeinrichtungen. Helles Blau schafft eine vitale, lebhafte Atmosphäre und eignet sich hervorragend für Wohnbereiche, Kinderzimmer oder – Klassiker – Bäder. Aber auch bei der Gestaltung eines Flures kann Blau sehr einladend und erfrischend sein.

Sattes, strahlendes Blau steht für Stärke, Seriosität, Tatendrang, Kompetenz. Ihm Begegnen wir teilweise mit Ehrfurcht und Neugierde. Eingesetzt als Wandfarbe ist klares Blau eine klare Ansage! Resolut und voller Kraft eignet es sich, Bereiche gekonnt und selbstbewusst in Szene zu setzen. Blau bringt Wanddekorationen besonders schön zum Leuchten. Das wussten schon einstige Schlossherren und Museen, die ihre Gemälde gern darauf positionierten. Tintenblau, Royalblau, Marineblau sind hier bekannte Vertreter und allein deren Namen lassen uns ehrfürchtig aufhorchen.

Dunkle Töne hingegen wirken beruhigend, sogar konzentrationssteigend. Tiefe Blautöne strahlen ebenso etwas unergründliches aus, in ihren Tiefen möchten wir schier versinken. Dunkelblau steht für Beständigkeit, wirkt bescheiden und zurückhaltend, aber auch maskulin und geheimnisvoll. Es ist stilvoll und zeitlos. Farbpsychologisch werden ihm die Eigenschaften Ruhe und Konzentration zugeschrieben, es symbolisiert Zurückhaltung, Seriosität und Beständigkeit. Wandgestaltung in tiefen dunkeln Blautönen sind momentan besonders beliebt, denn sie setzen einen starken Kontrast zu Möbeln und Wanddekorationen.

Blautöne lassen sich super zu Grautönen kombinieren, schaffen hier eine kühle maskulin-sachliche Umgebung, die aber gut zum aktuellen Urbanstyle passt. Mit Orange oder warmem Braun kombiniert bekommt es eine lebendige, warme Note im Sixties-Stil. Warme Hölzer und kalter Beton eignen sich jeweils als Materialien hervorragend im Zusammenspiel mit blauen Farbtönen. Der Marinestil, die Kombination weiß-blau, ist ein zeitloser Klassiker und steht für Freiheit, Frische und Sommer am Meer. Ob weiß gebeizte Möbel oder gestreifte Stoffe, man hört förmlich den schrillen Schrei der Möwen, die sich im Wind hin- und herschaukeln lassen.

Farben senden immer eine unbewußte Botschaft, ob Raumgestaltung oder Klamotten. Oftmals sind wir uns dem gar nicht so bewußt, aber die Welt scheint der Einfachhalber wegen immer mehr in Schubladen einsortieren zu wollen, obwohl dies uns nicht gerecht wird. Ich selbst versuche zum Beispiel meinen Töchtern möglichst wenig rosa Klamotten aufzuhalsen, denn dieser „Barbie/Püppchen-Trend“ stößt mir mehr als sauer auf, ebenso wie die Einteilung in eine hellblaue und rosafarbene Kinderwelt durch Industrie und auch Gesellschaft. Für mich ist klar, allein rosarot sollte jedes Kinderleben sein und in Farben natürlich knallbunt! Zum Abschluss mal ein kleiner, sehr interessanter Ausflug in die Geschichte der Jungs- und Mädchenfarben, zum Klugscheißen auf der nächsten Party:

Rosa war in früheren Zeiten die Farbe kleiner Jungs und hellblau die der Mädchen. Das ganze hatte auch eine ganz logische Begründung! Denn Rot war früher die Farbe mächtiger Männer, sie steht für Kraft, Aggressivität, Mut und Gefahr (also klar, dass sie nun die Farbe von uns Frauen ist ;)). Rosa galt damals als „das kleine Rot“. Blau hingegen stand für Keuschheit, Gehorsam, Disziplin und Fleiß und galt als schicklich für Frauen. Das helle blau wurde demnach den Mädchen zugeteilt. Tja, so ändern sich die Zeiten.

Zum Abtauchen und Träumen: Die Wandfarbe in tiefem Blau (Hague Blue) und die Tapete in Taubenblau vom englischen Hersteller Sanderson (Foto stadtbude)

Tiefes Blau harmoniert toll zu warmem Holz, wie Eiche und bildet einen starken, spannenden Kontrast zu Weiß- und Biegetönen. Wanddekorationen, vor allem mit goldenen Akzenten, bringt es besonders schön zum Strahlen (Foto stadtbude)

Kräftige Blautöne passen wunderbar zu Grau und bringen grelle Farben toll zum Leuchten (Foto stadtbude)

 

 

 

Nahaufnahme

IMG_1624

Manchmal lohnt es sich, ein klein bisschen näher zu treten und die Welt in Nahaufnahme zu betrachten. Der Teufel liegt bekanntlich im Detail und gerade hier gibt es viel Schönes zu entdecken, oftmals auf dem zweiten Blick und oftmals vom Rest unerkannt.

Daher ein kleiner Nachtrag zum Thema Amsterdam – wunderbare Strukturen, Oberflächen, Materialien, Farben und Formen, entdeckt im Rijksmuseum und im Stedelijk Museum.

Tret‘ ein bisschen näher!

IMG_1625

IMG_1620

IMG_1622

IMG_1621

IMG_1623

IMG_1619

IMG_1618

IMG_1611

IMG_1626

IMG_1616

IMG_1615

IMG_1614

IMG_1612

IMG_1613

Treib’s mal wieder bunt!

treibsbunt

Endgültiges Aus für die nackt-grauen Äste der Bäume! Endlich ist sie wieder da, die Frühlingskollektion made by nature! Die Fliederknospen sprießen zart-rosa bis dunkel violett und der Löwenzahn leuchtet uns mit seinem knalligsten Gelb entgegen. Beim Anblick der neuen, frischen Farben macht das Herz doch jedes Mal einen kleinen Freudenhüpfer.

Genau die richitge Zeit, um diese Frischekur auch mal wieder in der eigenen Bude anzuwenden! Her mit Farbtopf und Pinsel, wir lassen’s mal wieder krachen!

 

9 Tipps für Deine neue Farbgestaltung:

1) Trau‘ Dich! Vorbei mit Langeweile und Zurückhaltung. Farbe belebt und beeinflußt unsere Stimmnung. Probier’s einfach aus und lass‘ Dich treiben.

2) Farben haben eine psychologische Wirkung und können je nach Farbtemperatur und Helligkeit stimulierend (z.B. Rottöne) wie auch beruhigend (z.B. tiefe Blautöne) wirken. Bei der Farbwahl solltest Du also nicht allein auf Deine aktuelle Lieblingsfarbe setzen, sondern dabei auch berücksichtigen, in welchem Raum sie zum Einsatz kommen soll. Quietsch-Pink im Schlafzimmer könnte also auch mal für (ungewollt) schlaflose Nächte sorgen.

3) Mit Farben kannst Du großartige Akzente setzen und Deiner Einrichtung eine tolle Bühne bieten. Möbel und Accesoires werden mit der richtigen Hintergrundgestaltung erst richtig in Szene gesetzt und der Charakter eines Raumes kann durch den Einsatz von Farben wunderbar unterstrichen werden.

4) Entscheide Dich bewußt für eine Farbe, ihren „Einsatzort“ und die größe der Farbfläche. Bei unüberlegter Anwednung kann’s auch schnell mal zu viel des Guten werden. Denn die Wirkung einer Farbe in einem Raum ist nicht allein von der psychologischen Farbwirkung, sondern auch wesentlich von der Architektur abhängig. So spielen unter anderem Raumgeometrie , Helligkeit und Größe eine entscheidende Rolle.

5) Du bist noch etwas zaghaft? Dann entscheide Dich für Pastelltöne, die auch gerade schwer angesagt sind und sich nicht allein auf alt-backenes Apricot beschränken. Für jeden ist was dabei.

6) Die Farbpaletten der Hersteller sind schier unerschöpflich. Kleine Nuancen können bei der Wahl schon entscheidend sein. Wenn Du Dir also unsicher sein darin bist, was wirklich gut passt, dann gehe mit einem Farbmuster Deiner Möbel ins Geschäft oder nehme Dir einen einen Farbfächer mit nach Hause. Solltest Du Dich dann entschieden haben, ist es ratsam einen Probeanstrich auf kleiner Fläche vorzunehmen, um die Wirkung im Raum noch einmal zu testen.

7) Du willst mehrere Farben kombinieren? Dann spiele innerhalb einer Farbfamilie. So vermeidest Du Unruhe und Disharmonie. Es empfiehlt sich immer im Vorfeld zu probieren und verschiedene Kombinationen zusammenzustellen.

8) Auch die Kombination von Farben aus verschiednenen Farbfamilien ist möglich und kann geschickt kombiniert sehr spannend und belebend wirken. Achte dann aber darauf, dass die Farben sich in Helligkeit und Reinheit ähneln, so wie es beispielsweise bei bonbon-farbenene Pastelltönen der Fall ist.

9) Und wie immer gilt: Hab‘ Spaß, probier‘ in Ruhe aus und mach‘ was Dir gefällt! :)

 

Und falls Du noch mehr Tipps zum Einsatz von Farben, mehr Wissen über ihre Wirkung oder generell nützliche Ratschläge zur perfekten Gestaltung Deiner kleinen Bude brauchst, findest Du es im stadt.bude-Styling-Guide auf http://www.stadtbude.de/kunterbuntes-angebot/stadt-bude-ebook/

Lass‘ krachen!

Kristin

 

structure by nature

art&bike3

Das wunderbare an der freiberuflichen Tätigkeit ist, nach durchgearbeitetem Wochenende seinen freien Tag auf einen sonnigen Montag zu legen. Herrlich! Während ein Großteil der Bevölkerung sich wieder ins Büro geschleppt hat, mit dieser Schwere zu wissen, dass erneut 5 Tage bis zum nächsten Wochenende vor einem liegen, haben der Mann von der Frau von der Stadtbude und ich den sonnigen Tag genutzt um uns auf’s Bike zu schwingen und endlich mal wieder die Singletrails unseres Homespots zu rocken.

Das Ende der Bikepark-Saison hatten wir noch einmal ausgiebig genutzt und uns bis Anfang November in diversen Parks rumgetrieben. Anschließend ließ uns die Arbeit wenig Zeit zum biken. So war es also mittlerweile mehr als vier Wochen her, dass wir das letzte Mal über unsere Trails pesten. Und seit dem hat sich wirklich einiges getan hier!

Nirgendwo werden der Lauf der Zeit und die damit verbundenen Änderungen der Natur deutlicher spürbar als in bekanntem Terrain. Dort, wo man quasi jeden Strauch kennt wie seine Westentasche. Jedesmal ist man schwer beeindruckt von diesem stetigen Wandel, dieser immer wieder wechselnden Szenerie und den dadurch entstehenden neuen Stimmungen. Waren es im Oktober noch goldene Wälder, so waren gestern die Trails unter einer gleichmäßigen, dichten, braunen Laubschicht versteckt. Der würzige Geruch von gefallenem Laub, die durch die nackten Stämme glitzernde Sonne, die Vorahnung von Winter. Und man selbst wieder mitten drin – ganz klein, aber sehr lebendig.

Mein absolter Höhepunkt gestern waren die Stapel von Baumstämmen, die seit Monaten am Wegesrand lagern. Auch sie haben mit der Zeit ihr Aussehen stark verändert. Witterung, Pilze, Moos und andere Geflechte haben ihre Spuren hinterlassen – und diese sind wirklich beeindruckend schön! Großartige Strukturen, die durch den Kontrast der bunten Markierungen der Forstarbeiter eine zusätzlich tolle Spannung erhalten ! Hier wird jedes noch so tolle Kunstwerk mit einem müden Lächeln durch Mutter Natur auf die Strafbank verwiesen! Es lebe das Leben!

art&bike1

art&bike2

art&bike4