Mach’s wie Bauhaus!

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In den letzten Wochen ist es sehr ruhig hier geworden. Zum einen gab’s viel um die Ohren, zum anderen aber stand auch mal eine kleine Auszeit an. Viele schöne neue Eindrücke habe ich mitgebracht und tolle Erlebnisse gehabt, von denen ich noch lange zehren werde.

Ein bisschen was möchte ich Euch natürlich gern abgeben. Und da draussen grausiges Wetter ist und sich tatsächlich dicker, nasser November breit gemacht hat, werde ich mal für etwas Erheiterung durch bunte Farben sorgen! Kann sicher nicht schaden…

Einer meiner schönsten Tage im Oktober war mein Abstecher ans Bauhaus Dessau. Endlich, endlich, endlich…! Als Architektin und ehemalige Studentin mit Kunstgeschichtskurs Bauhaus bin ich große Liebhaberin und kleine Expertin auf dem Gebiet. Politische Geschichte, Werkstätten, Lehrer und Studenten – alles aus dem FF. Aber dort war ich tatsächlich bis vor drei Wochen noch nie. Gierig habe ich also alles aufgesogen und einen Führungs-Marathon von drei Führungen am Tag absolviert (Meisterhäuser, Schulgebäude, Siedlung Törten). Auch wenn aufgrund meines Kunstgeschichtskurses nichts wirklich neu war, war es ein super Tag mit einem sehr sympathischen und äußerst kompetenten Guide (eigentlich Archäologe, macht’s gleich noch mal sympatischer) und netten Kommilitonen, äähhhh… Besuchern. Und man war neugierig und angetan vom Stoff und hat sich wieder gefühlt, wie an der Uni.

Klar werde ich in Kürze einen Beitrag mit tollen Bildern über meinen Tag in Dessau bringen, ist ja wohl logisch! Gebt mir nur ein bisschen Zeit, muss ja auch alles ein etwas vorbereitet sein, will Euch ja nicht schnell was hinrotzen. Doch ich bin gerade etwas eingespannt. Aber Vorab, als kleine Einstimmung, zum Staunen, Wundern und toll finden (und um Euch zu zeigen, dass ich tatsächlich noch da bin), die Farben des Bauhauses.

Also, Wochenende steht an, also macht es wie Bauhaus! Mehr Farbe, mehr Kontraste, mehr Ecken und Kanten!

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I am.STERDAM

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Oje, es heisst schon wieder Abschied nehmen. Ganz wehmuetig bin ich heute morgen aus meinem wunderbaren Hotelbett gesprungen. Maaaan, hab‘ ich hier immer gut geschlafen! Und aufgewacht bin ich quasi unter Baeumen, denn mein Bett stand vor einem riesigen Fenster. Doch nun werde ich gleich eine letzte kleine Radtour machen, naemlich um das Bike in den Laden zurueckzubringen, anschliessend fruehstuecken und um halb zwei Mittags werden meine Fuesse wieder den bajuwarischen Boden betreten. Auf Wiedersehen, Amsterdam!

Gestern war noch einmal ein toller Tag! Ohne Ziel und Plan habe ich mich auf’s Rad geschwungen und die Stadt erkundet. Quasi immer der Nase lang. Was ich dabei Schoenes entdeckt habe, seht Ihr unten. Es war herrlich, sich bei tollstem Wetter einfach treiben zu lassen. Ab und an musste ich mein iPhone zuecken, um mal abzuchecken, in welchem Teil der Stadt ich nun eigentlich gelandet bin. Besucht habe ich so gut wie alle und nur selten querte ich die klassischen Touristenpfade – keine Lust auf Gedraenge, klickende Kameras und Souvenirs. Am Samstag gleichen bestimmte Bereiche der Grachten uebrigens auch mal einem schwimmenden Oktoberfest – inklusive Schiffsstau. Muss man nicht unbedingt haben.

Man muss sagen, die Amsterdamer sind wirklich unverschaemt laessige und gutaussehende Leute, das grenzt schon an einer Frechheit. Ein bisschen von dieser Laessigkeit koennte auch München gut vertragen.

Der rasante Fahrstil der Holländer war sofort auch meiner! Endlich mal nicht anecken auf meinem Rad. Augen zu und durch. Rote Ampel? Was ist das? Hatte ich alles schnell im Blut! Und es hat super Spass gemacht, durch die Stadt zu brausen und ab und an fuer ein Weilchen am Ufer des Wassers oder im Park zu verweilen.

Am Abend, auf meiner Tour zurueck ins Hotel, habe ich dann noch an einem kleinen Cafe (wo ist der kleine Strich auf dieser Tastatur?) Halt gemacht und meine ins Herz geschlossenen Bitterballen zusammen mit dem leckersten Tomatensalat der Welt und einem Bierchen verdrueckt und dabei noch einmal den laessig entspannten Hollaendern auf ihren Raedern zugeschaut, wie sie mit Picknickdecke und Sommerkleidchen nach einem schoenen Tag im Park nach Hause brausten.

I amMSTERDAM!

 

Mein Radl und ich

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Stadtansichten Amsterdam

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Mein „Zuhause“ – CitizenM Hotel

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HAY Shop Amsterdam

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Take me to… Amsterdam

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Manchmal kann man’s wahrlich schlechter haben! Denn waehrend Muenchen mit Regen und Kaelte gerade das Aprilwetter nachzuholen scheint, habe ich das Glueck ein paar tolle Tage in Amsterdam verbringen zu duerfen. Und das bei wunderbarem Maiwetter – mit neuen Sommersprossen auf der Nase und neuen tollen Bekanntschaften im Herzen. Herrlich!

Einer beruflichen Einladung folgend, ging’s Donnerstag los. Es gab in den letzten zwei Tagen volles Programm – anstrengend aber sehr anregend und schoen. Architekturfuehrung durch Amsterdam – natuerlich verpackt in Form einer lustigen Bootstour -, inspirierende Kunstausstellungen und der Besuch im Atelier von Christiane Mueller, die fuer Vescom Tapeten und Stoffe designt. Einmal in ihre Arbeit und den kreativen Entwicklungsprozess der wunderbaren Vescom-Kollektionen Einblick zu erhalten, war wahnsinnig spannend und anregend und eines meiner absoluten Highlights. Das waren also schon mal zwei tolle Tage!

Ich bin schon jetzt verliebt in Amsterdam! Und wie das so ist mit junger Liebe, braucht man auch Zeit ganz fuer sich. Und die nehmen wir uns heute! Nach wohltuendem, tiefen Schlaf und entspanntem Fruehstueck geht’s gleich ab, soweit mich die Raeder tragen. Ich leih‘ mir ein Rad und lass‘ mich treiben! Und was dabei heraus kommt, das seht ihr dann spaeter. Bis dahin hier die ersten Eindruecke der vergangenen Tage!

I AMsterdam! :)

 

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Urbanized – watch it!

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Als erstes vorweg: Falls Du jetzt wild auf dem Titelbild rumklicken solltest, lass es sein! Den Trailer zum Film findest Du unterm Beitrag.

Urbanized, ein Dokumentarfilm von Gary Hustwit, ist unbedingt sehenswert!

Unsere Welt verändert sich, schnell wie nie zuvor! Mittlerweile leben bekannter Weise mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten. In Ballungszentren entlang unseres Globusses vollziehen sich rasante, faszinierende und auch erdrückende Veränderungen.

Landschaft im Wandel – sie wächst oder verschwindet, explodiert oder resigniert.  Während in Asien Megastädte aus allen Nähten platzen, veröden in Amerika Großstädte wie Detroit, dessen frühere Wirtschaftsstärke aus der Automobilindustrie hervorging. Welchen enormen Einfluss haben Globalisierung und Nachfrage auf unseren Lebensraum und in welcher Form kann darauf reagiert werden?

Schnell macht Urbanized klar, dass vieles auf der Welt uns doch vereint und gemeinsam ist – doch auch, dass uns teilweise Welten trennen! Mobilität, Dichte, Schnelllebigkeit, Konsum, Wirtschaft, Lebensraum. Das bedeutet Großstadt. Wie ist das vereinbar mit dem Bedürfnis nach Schutz, Selbstverwirklichung, Privatsphäre, sozialer Gemeinschaft? Haben wir eigentlich überall auf der Welt die gleichen Bedürfnisse? Welche urbanen und sozialen Strukturen entwickeln sich in diesem Umfeld – gewollt und geplant, ungewollt und zweckbedingt oder auch ganz nebenbei? Welche Ansprüche haben wir an unseren Raum?

Urbanized zeigt, das Leben kann unterschiedlicher nicht sein! Gegen Slumbewohner in Mumbai, die sich zu 600 eine Toilette teilen, wirken Stuttgart21-Protestanten für die Erhaltung eines Stadtparks fast lächerlich! Und trotzdem, jede Auseinandersetzung mit dem Ort und jeder damit einhergehende  Drang nach Veränderung, egal ob im gediegenen Europa oder engen Asien, hat seine Berechtigung, Wichtigkeit und ist gar eine Notwendigkeit.

Auch Mobilität ist ein wichtiger Faktor der Städte, die allerdings oftmals kurz vorm Verkehrskollaps stehen. Gerade in Amerika gilt das Automobil als Maß aller Dinge, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Städtebau orientiert sich hier seit der Glorifizierung der Mobilität in den 50iger/60iger Jahren nicht am Maßstab Mensch, sondern am Auto. Gerechnet wird nicht in Gehminuten, sondern in Automeilen, dem weitläufigen Platzangebot sei Dank. Was zwangsläufig dazu führt, dass der urbane Raum jeglicher Qualität entbehrt und ausserhalb des Autos nicht fassbar scheint. Es scheint nur Infrastruktur zwischen einzelnen Sprawls zu geben, Verkehrsachsen zwischen monotonen, am Reissbrett designten Vororten, Industrie und Downtown. Öde, trostlose Landschaften, Zerrissenheit, Leblosigkeit. Ein krasser Gegensatz zu den Bildern aus Asien und Afrika.

Urbanized dokumentiert alles: urbane Enge und weitläufige, streng geplante Zerrissenheit, fast schon erdrückende Lebendigkeit und ebenso erdrückende Öde, Luxusprobleme und existentielle Nöte. Und auch wird deutlich, dass guter Städtebau – so gut durchdacht er auch sein mag – nicht allein am Reissbrett entsteht (siehe z.B. Oscar Niemeyer und Brasilia). Im Gegenteil, dass es einzig und allein der Mensch in seinem alltäglichen Handeln und sozialem Gefüge ist, der Stadtraum qualitativ verändert, vorantreibt und zu kreativen Lösungsansätzen zwingt.

Unsere Städte werden sich immer schneller transformieren, und auch immer wieder neu. Auch wenn unsere bauliche Struktur behäbig und statisch sein mag, das Leben in den Städten ist es nicht! So ist es die Hauptaufgabe sich von starren Mustern zu verabschieden und flexibel und kreativ auf unser sich ständig änderndes Leben zu reagieren.

Urbanized –  a documentary film by Gary Hustwit:  Der Film betrachtet aktuelle Stadtenwicklungen weltweit – Probleme der Globalisierung, Lösungsansätze im Städtebau und dazu tolle Bildern. Mit Interviews mit Stadtplanern, Politkern und Architekten (u.a. Koolhaas, Foster, Niemeyer)

http://urbanizedfilm.com/trailer/

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Gefährliche Grauzone

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Meine Entrümpelungsaktionen schleppen sich zäh. Aber ich bleibe dran, habe ich doch beschlossen für Ordnung in meinem Leben und in meinen eigenen vier Wänden zu sorgen. Wer jetzt allerdings meint, das Aussortieren von 20 Jahre alten Schulbüchern, altmodischen Schlittschuhen und Elektroschrott („Ähhh, stimmt ja! Das Handy hatte ich ja auch mal“) haben eine allein klärende Wirkung, der irrt!

In dem Moment, wo Wohnung und Keller auf links gedreht werden, müssen viele Entscheidungen getroffen werden. Ich teile meinen Besitz dann in drei Kategorien: „Auf keinen Fall wegwerfen! Unbedingt behalten!“ Sollten sich Gegenstände dieser Kategorie im Keller befinden, denke ich schlagartig darüber nach, ob sie es nicht gar verdient hätten wieder nach oben in die Wohnung befördert zu werden. Ein Upgrade in jeglichem Sinne also! Doch davor sollte man sich hüten! Schließlich will man ja entrümpeln.

Dann gibt es die Kategorie „Bloß weg damit!“ Die ist schön, die mag ich! Keine weiteren Fragen, keine Überlegungen. Das macht Spaß!

Und dann die Kategorie „Mist! Ich hab‘ einfach keine Ahnung!“. Die ist fies und niederträchtig! Fallen einem Gegenstände dieser Art vor die Füsse, hat das schlagartig einen lähmenden Prozess auf die gesamte Aufräumaktion! Man schaut frustriert auf den Besitz, läßt unter einem fast lautlosen Säufzer die Schultern sinken und anschliessend seinen gesamten Körper, plumst schwerfällig auf das letzte freie Stück Koffer, Kiste oder Stuhl und starrt erschöpft und überfordert auf das Chaos um einen herum.

Na toll! Ich versuche mich dann schnell aus dem Staub zu machen, geht aber nicht. Also gönne ich mir eine kurze Pause – esse was, schaue fern, lese Zeitschrift. Irgend eine Ablenkung findet sich immer. Dann schleiche ich zurück an den Schauplatz des Verbrechens, raffe alles zusammen und stopfe es wahllos an seinen alten Ort zurück. Die oberflächliche Ordnung wäre wieder hergestellt, um den Rest kümmern wir uns ein andermal!

Nun kommt mir die Überlegung, dass Kategorie 3 nach der letztens von mir erdachten Strategie gar nicht existieren dürfte! Entweder es ist nützlich/ich mag es, dann gehört es zu „Auf keinen Fall wegwerfen! Unbedingt behalten!“ oder es ist bedeutungslos und käme zu „Bloß weg damit!“.

Aber anscheindend ist es nicht so einfach. Was mache ich denn dann mit Mensch-ärger-dich-nicht, Abalone und Outburst? Braucht man die noch? Sind die noch zeitgemäß? Spieleabende! Puuuuhhhhh… dazu fällt mir seit Jahren die Geduld und Stimmung. Ich will lieber quatschen! Aber man weiß ja nie, irgendwann mal, an einem kalten Novemberabend, da hat man vielleicht doch wieder Bock drauf?

Muss ich sie etwa doch akzeptieren, die kleinen Grauzonen in Keller und Schränken? In meinem Leben? Vielleicht doch ein paar davon!

tiny up!

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Ich bin ein bisschen beschämt! Habe ich mich doch soeben noch durch Homepages geklickt, auf denen Leute ihre 20-qm-Wohnung präsentierten – exakt strukturiert, clean und irgendwie trotzdem kuschelig. Und ich denke an meinen gestrigen Besuch, der kam unvorhergesehen. Nach drei Tagen gefühlten 40 Grad sah die Wohnung leider ziemlich unordentlich aus! Ungespülte Töpfe in der Küche, ein Berg Zeitschriften und Bücher verstreut im gesamten Wohnzimmer und nicht einmal Matratzen auf dem Bett! (Die wurden aufgrund der heißen Nächte nämlich auf den Balkon ausquartiert) Es sei erwähnt, dass das nur ein kleiner Auszug meiner gestrigen Unordnung ist. Aber bei 40 Grad schleppe ich mich einfach nur noch lethargisch durch die Wohnung.

Jedenfalls bin ich sehr beeindruckt von all der eben online erlebten Ordnung und fragte mich kurz, warum ich denn nicht eine derart kleine Wohnung mit sooo viel Raum haben kann.

Mmmhhh, kann ich das nicht sogar?  Sollte ich mich nicht vielmehr einfach nur auf das wesentliche konzentrieren? Ausmisten! Wegschmeißen! Sich wieder frei machen! In den eigenen 4 Wänden! Im Kopf!

Unser Platz ist kostbar! Es stellt sich die Frage. „Was brauchen wir WIRKLICH?“ Was ist wichtig, was zusätzlicher Luxus und was nicht auch nur einfach Ramsch? Vielleicht sollte der „Inhalt der Wohnung“ stärker hinterfragt werden! Welche Dinge sind uns wichtig, weil sie einen hohen Nutzen haben, Erinnerung bedeuten und uns glücklich machen? Ein nie benutzter Pürierstab im knapp bemessenen Küchenschrank? Das tief vergrabene Geschenk, das den eigenen Geschmack nicht traf, aber aus Anstand noch nicht aussortiert ist? Die fünfte nichts-sagende Vase von Ikea?

Ist es möglich, einen Hausstand nur aus „positiven Emotionen“ zusammenzusetzen? Aus Gegenständen, für die wir uns bewusst entschieden haben oder die uns einfach Freude bereiten? Und dann all das unnütze Zeugs, dass bedeutungslos unseren wertvollen Lebensraum in Anspruch nimmt, verbannen. Erst dadurch erhält unsere Wohnung doch wirklich Individualität, ist unser sprichwörtliches Spiegelbild! Ein Ort, an dem wir nicht zu uns finden müssen, sondern an dem wir bei uns sind! Weil er ja „ich“ ist!

So, let’s tidy up! Oder besser „tiny up!“

Ein Gefühl wie heißer Kakao…

heißer kakao

Ist das Leben in der Stadt oftmals nur eine Art Provisorium? Geben uns die engen Verhältnisse und die damit verbundenen Situationen das Gefühl von „Warten auf das richtige danach“, auf den nächsten Schritt? Die Vollendung des Ganzen? Das Ankommen in der klassischen Idylle?

Diese Gefühl von „Wartemodus“ produziert es nicht irgendwie eine innere Unruhe, eine kleine Form von Verzweiflung?

Vielleicht sind wir doch tagtäglich nur auf der Suche, spüren die Sehnsucht nach diesem wohligen Gefühl von damals – das Glück, das wir früher fanden in einer heißen Tasse Kakao. Noch klumpig und nicht ganz aufgelöst, gereicht zu Leberwurststulle und Abendnachrichten. Zuhause sein!

Aber vielleicht ist es ja doch da. Nur in all dem Wusel nicht gleich so erkennbar. Weil es leise ist und nicht schreit. Im Gegensatz zu all dem anderen Trubel um uns rum.

Ich bin überzeugt davon, es ist noch da! Neue Lebensformen, neues Umfeld, neue Struktur – alles neu, alles spannend. Aber das alte Gefühl! Nur neu verknüpft? Da sollten wir doch noch einmal genauer reinhören, in unseren Bauch. Auf dieses leichte wohlige Brummen. Wenn es da ist, dann ist das ja quasi „angekommen sein“. Und damit auch kein „Wartemodus“ mehr – trotz Klappcouch und Waschmaschine im Gemeinschaftskeller.

Klar, es sind nicht mehr Mama, Papa und Geschwister, die abends auf uns warten. Kein beschaulicher, in Friede ruhender Esstisch mit Abendessen. Eher ein schneller Snack vorm TV. Aber „da sein“, Zuhause sein! Und zu wissen, dass doch Leute um einen rum sind, mit denen man etwas teilt – die Hausordnung, den Bäcker, den Job, alte Uni-Geschichten – ist das nicht doch auch ein Gefühl wie heißer Kakao!