Viva Mallorca

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Wie jedes Jahr, kommt irgendwann die bittere Erkenntnis: „Jetzt ist es vorbei! Da hilft nix! Schluß mit lustig und Friede-Freude-Eierkuchen“. Und dann kommt der Herbst. In diesem Jahr war die Vorstellung noch um einiges schmerzhafter, fast schon unfaßbar, denn folgte sie doch unmittelbar auf die bange Frage „Wo bleibt er denn nun?“ und „Das wird wohl nix mehr!“. In diesem Falle natürlich bezogen auf einen anständigen Sommer. In den letzten Wochen sollte wohl dann tatsächlich noch ein Aufbäumen erfolgen, mit hochsommerlichen Temperaturen und herrlicher Sonne, das uns ein kopfschüttelndes „Geht doch! Wieso denn erst jetzt? Wieso nicht gleich so?“ abrang. Doch die bereits kühlen, klammen Nächte konnten es nicht mehr verbergen: Schluß ist!

Bevor der Herbst nun also auch mit seiner fiesen Seite über uns herfällt, ging’s für uns noch einmal in den Süden. Noch einmal die heiße Sonne auf der Haut, noch einmal in warmes Wasser tauchen, noch einmal warme, würzige Gerüche der trockenen Landschaft einatmen und förmlich auf der Zunge spüren, um alles zu speichern und sich an kalten Tagen an den schönen Erinnerungen zu laben. Und noch einmal durch schöne Städte wandeln, durch kleine Bergdörfer streifen und sich an deren farbenfrohen und prächtigen oder schlichten und wehrhaften Fassaden erfreuen.

Neugierig und beeindruckt von so vielen Reiseberichten Bekannter wurden in diesem Jahr mal alle Vorurteile bezüglich der Deutschen liebster Insel über Bord geworfen und ab ging’s nach Mallorca (Nicht nach Malle! Ich fliege nicht nach Malle!). Naja, was soll ich sagen?! Ich mußte einsehen, fernab vom Massentourismus ist es wirklich ein Traum! Unsere Unterkunft in einem urigen Bergdorf am Meer, in der Serra de Tramuntana zwischen Schafen, Olivenbäumen und Weinbergen und Palma mit seinem quirligen Leben und der lebendigen Architektur nicht weit entfernt. Landschaft und Architektur ein Refresher für alle Sinne.

Die prachtvollen Fassaden Palmas sind wie ein Ausflug in eine andere Welt. Schön doof, wer auf der Jagd nach Shoppinggut durch die Altstadt hechelt, ohne den Blick nach oben zu richten und an den schmucken Gebäudehüllen inne zu halten. Man kann sich kaum satt sehen, am üppigen katalanischen Jugendstil, der sich süß wie Zuckerguss durch die Altstadt zieht. Nicht gewöhnlicher Zuckerguss, sondern ganz hohe Patisserie – verschnörkelt und überladen. Hier und da erhascht man einen Blick auf einen der prächtigen grünen Innenhöfe, die vom Reichtum ihrer alten Besitzer erzählen und sich wie kleine heimliche Inseln verstecken. Oder die alten mediterranen Wohngebäude, die sich eng aneinander zu quetschen scheinen. Kleine dunkle Wohnungen in alten Gebäuden, aus denen der muffige Geruch so vieler Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gemischt mit lautem Fernsehton in die Gassen dringt. Blickt man verstohlen in offenen Fenster, sieht man träge Gestalten auf altmodischen Sofas oder Betten liegen. Oder die verlebten, oft schäbigen Fassaden in Santa Catalina, die einen ganz besonderen Charme mit sich bringen. Sie wüssten sicher einige Geschichten zu erzählen, von den Fischern, die sich früher hier nahe des Hafens niederließen, um ihr Tagwerk zu vollbringen und dem Szenenvolk, das sich heute in den Gassen tummelt, auf der Jagd nach dem besten Sushi und das nebenbei das ein oder andere neue architektonische Schmuckstück aus dem Hut zaubert.

Was für eine wundervolle, reiche Farben- und Formenpracht. Einmal eintauchen, bitte!

 

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