Kein Respekt vor alten Meistern

Titel

So eine Wohnung wächst ja mit. Also, der Inhalt zumindest! Und der wächst und wächst, bis man meint, gleich würde die Wohnung platzen. Oder man selbst. Weil man so in Rage gerät. Irgendwie passt dann nichts mehr rein und auch nichts mehr zueinander. Dann kann man mal aussortieren oder umziehen (nur dummer Weise ist umziehen mühselig und aussortieren ist auch dabei unumgänglich).

Ich schiebe die Dinge dann gern von A nach B und dann wieder nach C. Und sage Sachen wie „Schatz, gehst du in den Keller? Kannst du da bitte das Dingsbums mit hinunter nehmen?“ Und so wächst auch der Keller und wächst und wächst. Und irgendwann ist der Schatz genervt und man ist gezwungen ein paar Teile zu verschenken, bei eBay zu verhökern oder Schatz ist gezwungen  zum Werkstoffhof zu fahren.

Also, wenn der Keller quasi die Hölle für ausrangierte Teile ist, dann haben wir noch einen „Vorhof zur Hölle“. Das wäre dann unsere sehr große Dachterrasse, die sich einmal komplett um die Wohnung zieht. Im Bereich vorm Wohnzimmer ist sie breit und groß, ansonsten nur ca. ein Meter tief. Alles was dann also innerhalb der Wohnung einmal von A nach B und später nach C geschoben wurde und schließlich auch bei C einfach noch nervt, wir dann nach D – wie Dachterrasse –  geschoben. Und wenn dann der Frühling kommt, die nächste Grillparty ansteht oder man sich zum dritten Mal das Schienbein an dem Dingsbums aufgeschrammt hat, weil’s so eng ist bei einem Meter Tiefe, dann kommt es nach K, in den Keller!

So ein Dingsbums, das einfach nicht mehr rein passte, vor allem farblich, war der Masters Chair von Philippe Starck. Der wanderte von A nach B und stand schließlich, was für eine Schande(!), auf der Dachterrasse. Mir tat es einerseits sehr leid und ich war bis gestern auch drauf und dran ihn im Netz zu verkaufen. Sein Senfton gefiel mir eigentlich sehr gut, nur leider nicht zu unseren Möbeln.

Manchmal hat man dann aus dem Blauen heraus ganz komische Ideen. Und ich dachte: „Das Ding gefällt dir ja. Nur die Farbe… Mach’s doch einfach anderes, lackier‘ den doch um!“ Und während dieser Blitz durch meinen Kopf zuckte, verkrampfte sich zeitgleich mein Magen. „Bist du bekloppt! Das kannste doch nicht machen! Wenn der Herr Starck den in einer Farbe, die dir so im Kopf herumspukt, toll gefunden hätte, dann hätte er den auch so gemacht. Masters Chair! Kein Respekt vor alten Meistern!“

Irgendwann dachte ich aber wieder: „Nee! Is‘ mir jetzt aber auch mal egal, wer den entworfen hat und in welcher Farbe. Scheiß auf diese dämliche Ehrfurcht! Dieses verkrampfte Möbelgetue ist ja irgendwann auch nicht mehr feierlich. Jetzt holste Dir eine Farbe besprühst das Ding und gut ist. Sieht bestimmt mega aus dann!“

Und was soll ich sagen?! Es sieht mega aus! (Super schöne Sprühfarben für Innen und Aussen gibt’s von Edding – Koralle wurde es bei mir) Ein Platz hat das Ding nun auch wieder, an meinem kleinen Schreibtisch. Eigentlich war der Stuhl für’s Kinderzimmer meiner Tochter vorgesehen, aber nun finde ich ihn doch so cool, dass er erstmal weiterhin „meiner“ bleibt!

 

Masters Chair Make-over mit Edding permanent spray corall

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